Gott hat uns Gutes getan

Liebe Gemeinde,

den meisten Leuten tut ein Lob gut. Sie hören Lob gerne. Und Lob können manche auch nicht oft genug hören und so ist schön, dass Paulus hier mit einem Lob Gottes beginnt: "Lob und Dank sei Gott, dem Vater unseres Herrn Jesus Christus! Er hat uns mit seinem Geist reich beschenkt, und durch Christus haben wir Zugang zu Gottes himmlischer Welt erhalten." (1,3)

Warum Paulus hier Gott lobt, merken wir, wenn wir weiter lesen. Dieser Text ist einer der Wunderkerzen des Neuen Testament. (Wunderkerze) Funkensprühend verbreitet er seine herrliche Botschaft. Gott hat uns gesegnet. Neun Segnungen sind es, die Paulus hier nennt, was Gott uns in Jesus Christus geschenkt hat. Eigentlich müsste ich für jede dieser Aussagen eine Wunderkerze anzünden, doch belassen wir es bei der einen, sozusagen stellvertretend für alle dieser Segnungen. Fünf dieser neun Segnungen möchte ich näher beleuchten. Gehen wir sie der Reihe nach durch:

"Schon vor Beginn der Welt, von allem Anfang an, hat Gott uns auserwählt. Wir sollten zu ihm gehören, befreit von aller Sünde und Schuld." (1,4)

1) Gott hat uns in Jesus Christus auserwählt Du kommst von Gott her. Gott hat dich geschaffen. Er kannte dich schon, bevor es dich gab. Vom Augenblick der Empfängnis an hat er über dich gewacht und dich behütet. Er hat deine Kämpfe und Erschütterungen gesehen. Er kennt deine Ängste, Unzulänglichkeiten und deine Unsicherheit. Und in Jesus Christus hat er dich erwählt. Bei einer Wahl wird der Gewählte gefragt, ob er die Wahl annimmt. Gott hat dich gewählt und fragt dich, ob du die Wahl annimmst oder schon angenommen hast. Denn das ist der erste Schritt, damit du die weiteren Segnungen erfährst:

"Ja, seine eigenen Kinder sollten wir werden, durch seinen Sohn Jesus Christus. Das hat Gott schon damals aus Liebe zu uns beschlossen." (1,5)

2) Gott hat beschlossen, dass wir seine Kinder werden sollen. Eine alte englische Legende erzählt, dass die ersten christliche Missionare, die in England das Evangelium verkündigen wollten, beim König um Erlaubnis zum Predigen nachsuchen mussten. Der König versammelte seine Ratgeber in der Königshalle. Bei offenem Feuer unterhielten sich die Männer bis tief in die Nacht. Da kam aus der Dunkelheit ein Vogel in die Halle geflogen, flatterte eine Weile unter der Decke des Thronsaals umher und flog auf der anderen Seite wieder hinaus in die Nacht. Einer der Ratgeber fragte den König: ?War das nicht ein Zeichen des Himmels? So geht es doch auch mit uns Menschen. aus der Dunkelheit kommen wir in die Halle des Lebens, fliegen eine Zeitlang darin umher und fliegen wieder hinaus in die Nacht. Woher kommen wir? – Wozu leben wir? und Wohin gehen wir? Das sind die drei großen Fragen des Lebens. Wenn uns diese fremden Männer eine gute Antwort geben können, sollen wir darauf hören.!? Woher wir kommen, haben wir schon im ersten Punkt gehört: von Gott. Wozu wir leben, erfahren wir hier: Gott hat beschlossen, dass wir seine Kinder werden sollen. Wir dürfen als Kinder Gottes leben und nach Gottes guten Geboten leben. Und dann ist die dritte Antwort auch nicht schwer, wenn wir von Gott kommen und mit Gott leben, dann gehen wir auch wieder zu Gott. Und wir zu Gott kommen können, erklärt die dritte Segnung:

"Darum wollen wir Gottes herrliche, unverdiente Güte rühmen und preisen, die wir durch Jesus Christus, seinen geliebten Sohn, erfahren haben. Denn durch das Sterben Jesu am Kreuz sind wir erlöst, sind unsere Sünden vergeben. Und das verdanken wir allein Gottes unermesslich großer Gnade, mit der er uns so reich beschenkt hat." (1,6+7)

3) Durch Gottes unermesslich große Gnade sind wir erlöst und sind uns die Sünden vergeben. In Jesus Christus hat Gott dir Erlösung von allen Bindungen und Vergebung aller Sünden geschenkt. Es bleibt kein Erfolg mehr für die Anklage unseres Feindes, des Teufels: Stellen wir das ruhig einmal bildlich vor. wir befinden uns im Thronsaal Gottes. Der Teufel kommt herein, unter dem Arm hat er einen dicken Aktenordner. Der schlägt er auf und liest Gott daraus vor. Und erschreckt stellen wir fest: das sind all die Verfehlungen, Sünden und Unterlassungen, die wir begangen haben. Als er mit dem vorlesen fertig ist, sagt der Teufel: ?Mit dem langen Sündenregister gehört dieser Mensch mir.? In diesem Augenblick tritt Jesus hervor und erwidert dem Teufel: "Das stimmt nicht. Dieser Mensch glaubt an mich und folgt mir nach. Und so ist der durch mein Blut von allen seinen Sünden erlöst, die du vorgelesen hast." Doch damit hat es Gott nicht bewenden lassen:

Ihr verdanken wir es auch, dass wir von Gottes Plan zu unserer Rettung erfahren haben und seinen Willen kennen. (1,8)

4) Wir können Gottes Willen kennen. Der Glaube schließt unseren Verstand nicht aus, sondern ein. Für Christen heißt es. Verstand einschalten, denn Gott möchte uns seinen willen zu erkennen geben. Du kannst viel wissen und nach der Bibel trotzdem ein Narr sein. "Die Narren sprechen in ihrem Herzen, es ist kein Gott." Weisheit entscheidet sich nicht an deinem Wissen, sondern daran, ob du Gottes Wille erkannt hast. Denn dann kannst du ihn deinem leben auch in die Tat umsetzen und den Segen Gottes und seiner Gebote erfahren. Von hier springen wir gleich zur letzten Segnung:

"Das gilt aber auch für euch, die ihr erst jetzt das Wort der Wahrheit gehört habt, die Frohe Botschaft von eurer Rettung. Nachdem ihr diese Botschaft im Glauben angenommen habt, gehört ihr Gott und habt den Heiligen Geist, den er jedem Glaubenden zugesagt hat. Diesen Heiligen Geist hat Gott uns als ersten Anteil am himmlischen Erbe gegeben, das wir bekommen sollen. Er verbürgt uns das vollständige Erbe, die vollkommene Erlösung, die wir noch erhalten. Und dann werden wir Gott in seiner Herrlichkeit loben und preisen. (1,13+14)

5) bzw. 9) Wörtlich heißt es hier, dass Gott uns durch seinen heiligen Geist versiegelt hat. Wenn du Christ wirst, dann lässt du zu, dass Gott durch den Heiligen Geist in deinem Leben wirkt. Der Heilige Geist wird hier als Siegel bezeichnet. Schauen wir uns die Bedeutung eines Siegels einmal genauer an: Es gibt Briefe, die sind gesiegelt. Das Siegel hat dann folgende Bedeutungen: 1) Dieser Brief ist wirklich von dem Empfänger dessen Siegel darauf ist. Wenn der Heilige Geist dich versiegelt hat, dann heißt das, du gehörst Gott. Gott hat dich geschaffen, Gott hilft dir durch den Glauben an Jesus Christus mit deinem leben zurechtzukommen und du kehrst beim Tod wieder zu Gott zurück. 2) Das Siegel zeigt, das der Brief original verschlossen ist. Wenn du durch den Heiligen Geist versiegelt bist, zeigt das, das du ein Original Gottes bist. Gott hat mit dir und deinem Leben etwas besonders vor, das er mit keinem anderen Menschen vorhat. Diesen Plan bekommst du heraus, indem du in der Bibel liest und indem im Gebet auf Gott hörst. Auch Wohnungen oder Häuser können versiegelt werden. Das Siegel hat dann die Bedeutung, das nur derjenige hinein darf, der es versiegelt hat. So ist das Siegel des Heiligen Geistes ein Zeichen, dass nur Gott hinein darf. Es zeigt dem Feind, dem Teufel, dieser Mensch gehört mir, auf den hast du kein Anrecht. Dieses Siegel zeigt den Besitzanspruch Gottes an dir. Das Siegel des Heiligen Geistes ist unheimlich wertvoll, weil es zeigt, dass wir zu Gott gehören. Dafür können wir Gott loben und preisen.

?Mach uns deins Lobs und Segens voll?, so werden wir es im Lied nach der Predigt singen. Den meisten Leuten tut ein Lob gut. Sie hören Lob gerne. Und Lob können manche auch nicht oft genug hören und so ist schön, dass Paulus hier mit einem Lob Gottes aufhört: ?Und dann werden wir Gott in seiner Herrlichkeit loben und preisen.?

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