Gott erfahren

Liebe Gemeinde,

„Man kann nicht elektrisches Licht und Radioapparat benutzen, in Krankheitsfällen moderne medizinische Mittel in Anspruch nehmen und gleichzeitig an die Geister- und Wunderwelt des Neuen Testaments glauben.” Dieser Satz, mit dem ich also nun die Predigt begonnen habe, ist nicht von mir, sondern es ist ein Zitat des bekannten Theologen Rudolf Bultmann aus dem Jahr 1942. Sie können sich sicher denken, dass dieser Satz in den Kreisen der Theologie und der Kirche einigen Wirbel ausgelöst hat. Soll man denn nun all diese Geschichten abhaken und nicht mehr lesen? Nein. Das Zitat ist eine Falle. Es sagt nämlich gar nichts gegen den Text der Bibel, sondern etwas über die Einstellung seiner Leser und Hörer im 20. und nun im 21. Jahrhundert. Er stellt nämlich die Frage, woran wir eigentlich glauben können oder glauben sollen. Und diese Frage lässt sich wiederum recht leicht beantworten, nämlich mit den Worten des Glaubens Bekenntnisses: Ich glaube an Gott.. und an Jesus Christus und an den Heiligen Geist. Dieser Glaube steht dem Lesen dieser Wundergeschichten natürlich nicht im Wege, ja fordert ihn geradezu. Ich kam auf dieses Zitat von Bultmann, weil ich in der Vorbereitung zur Predigt einen ähnlichen Satz gelesen habe: „Wer kann denn heute noch, in einem medizinisch aufgeklärten Zeitalter an solche Wunderheilungen glauben?“ Wenn ich jetzt der Frage nachginge, was denn ein Wunder ist, und worin ein Wunder einer solchen Heilung bestehen könnte, würden wir morgen noch hier sitzen. Ein möglicher Schlüssel des Problems liegt aber genau in diesem Begriff. Rationalisten des 19. Jahrhunderts waren bemüht, die Wundergeschichten des Neuen Testaments so zu deuten, dass sie völlig normal erscheinen. Viel wird ja nicht erzählt. Da müsste man schon mehr wissen, um ein echtes Wunder darin sehen zu können. Nehmen wir als Beispiel die Heilung der Aussätzigen. Wir leben in dem besagten medizinischen Zeitalter und sagen: Aussatz, das ist Lepra. Unheilbar. Wenn wir aber eine Hautärztin fragen würden, wie Hautausschläge zustande kommen, und ob sie unheilbar sind, dann würde sie natürlich sagen, dass sie selbstverständlich heilbar sind, psychosomatisch beispielsweise. Doch gerade diese Erklärung löst das Problem in keinster Weise, denn die Geschichten selbst lassen Jesu Heilungen als Wunder erscheinen. Ja zurückgeschlossen auf Jesus von Nazareth können wir die klare Tendenz erkennen: Der Ruf eines Wunder – Doktors eilte ihm voraus. In unserem Predigttext gibt es zwei Anzeichen dafür, wie die Leute Jesus einschätzen: 1. setzte sie Jesu Handlung der Heilung in Erstaunen und 2. erzählten sie dieses Erlebnis weiter, auch wenn dies von Jesu geradezu verboten worden war. Lassen wir also die Finger davon, die Heilung rationalistisch nachzubessern, obwohl es mir ehrlich gesagt immer ein wenig dazu in den Fingern juckt. Wunderbar heißt nämlich nicht unbedingt unmöglich. Auf die heutige Situation bezogen müssten wir sagen: Krebs ist unheilbar und führt in einem bestimmten Stadium unweigerlich zu Tod. Trotzdem gelingt unter Umständen die Heilung. Die Medizin ist da eigentlich schon ganz schön weit. Jede dieser Heilungen ist ein kleines Wunder.

Eine andere Möglichkeit mit den Wundern umzugehen ist, vielleicht ganz ohne Kommentar zu ihrer historischen Bedeutung und Wahrscheinlichkeit, sie einfach symbolisch oder bildhaft zu deuten. Die Wundergeschichten des Neuen Testaments gehörten ja schließlich zu den Predigten und Lesungen der frühen Christenheit. Sie wurden lehrhaft und verkündigend eingesetzt. Sie erläuterten also wesentliche Züge unsres Glaubens an Jesus Christus. Das tun wir ja heute noch genauso. Es wird also kein Wunder sein, wenn ich im weiteren Verlauf dieser Predigt einige Sätze sagen werde, die dieses Wunder vielleicht in unsere Situation hinein ein wenig auch symbolisch verstehen. Doch dies gilt nur unter der einen großen Voraussetzung, wenn wir nämlich uns selbst eingestehen, das es selbst das allergrößte Wunder ist, glauben zu können. Der Glaube selbst ist menschlich gesehen eine ziemliche Unmöglichkeit, da sich unser Leben vorrangig auf Sicherheiten aufbaut. Der Glaube scheint aber genau eine andere Haltung zu vermitteln, ein Vertrauen auf etwas, das gerade nicht sicher ist, das noch von Erwartungen abhängt, das eben nicht gewusst, sondern geglaubt werden muss. Und doch sagt gerade unsere Religion mit einem gewissen Recht: Ein Leben das auf Sicherheiten aufbaut, muss scheitern. Ein Leben, dass auf den Glauben gründet, dass mit der Wirklichkeit und Gegenwart Gottes rechnet ist gelungen. Wer den Glauben als ein solches Wunder unseres Lebens ansieht, kann natürlich jede Wundergeschichte Jesu dazu irgendwie bildlich einordnen. Es gibt ja viele Wunder, in denen Jesus sagt: „Dein Glaube hat dir geholfen.“ Doch zum Glück fehlt in unserer Text gerade dieser Satz. Wir müssen also einen anderen Weg finden, den Weg zwischen der Unmöglichkeit an die Wunder- und Geisterwelt des Neuen Testaments zu glauben und der Unmöglichkeit jedem Text seine eigene Wahrheit dadurch zu nehmen, dass wir ihn durch die reine Glaubensorientierung dogmatisch glatt bügeln.

Gerade las ich ganz zufällig einen Satz des Philosophen Ludwig Wittgenstein, einen ganz leichten Satz, der es dennoch in sich hat. Wittgenstein entwickelt seine Lehre nämlich dadurch, dass er die Möglichkeiten der Sprache logisch untersucht. Das steht bezogen auf das Wirklichkeitsverständnis der Sprache klipp und klar: „Was sich beschreiben lässt, das kann auch geschehen, und was das Kausalitätsgesetzt ausschließen soll, das lässt sich auch nicht beschreiben.“ Zuerst sind wir also mit dem berechtigten Einwand von Rudolf Bultmann dem Wunderbegriff auf den Leim gegangen. Deute ich den Satz von Wittgenstein richtig, dann stellt diese Geschichte im Markusevangelium ein mögliches und denkbares Geschehen dar. Dass dieses Geschehen zwar unwahrscheinlich erscheint, das wird ja geradezu betont, und dass es trotzdem geschieht, lässt es uns als Wunder bezeichnen. Na und: Wunder geschehen eben. Es gibt unser normales berechenbares Leben und es gibt Wunder. Wichtig ist nun, dass dieses Wunder der Heilung mit einem anderen Wunder eng verknüpft ist, dass in den ganzen Texten immer unausgesprochen oder teilweise nur in Andeutungen vermittelt mitspielt, das Wunder, dass es den Messias Jesus eben gegeben hat. Es war eben ein Wunder, dass in diesem Menschen Jesus von Nazareth Gottes Gegenwart so erfahrbar war, dass man klar sagen kann:

Jesus war Gottes Sohn. In seinem Leben hat Gott selbst gehandelt. Und ich werde jetzt zeigen, dass diese Wundergeschichte eben genauso diese Wahrheit so erzählt, dass sie von einem Geschehen berichtet: Jesus hat gelebt. Er war ein Mensch wie wir. In ihm war Gott da. Er war ein Kind, ein Sohn Gottes. Er hat gewusst, dass er im Reich Gottes ist, dass das Reich Gottes eben unter uns sein kann. Er hat gewusst, dass der Himmel nicht verschlossen ist. Er hat gewusst, dass Gott uns, die wir immer so weit weg sind und nichts verstehen können, Gott die Hand zur Versöhnung reicht und den Glauben in uns schafft, wo wir nur Sicherheiten sehen wollen und können. Man mag dies alles symbolisch nennen, mit einem gewissen Recht. Aber es ist trotzdem in Sätzen ausgedrückt, womit gilt, was Wittgenstein sagt: „Was sich beschreiben lässt, das kann auch geschehen“.

So viel zum Angang an den Text. Ich gebe zu, das war vielleicht ein bisschen lang, aber der Anfang hat ja sicher gezeigt, dass die grundsätzliche Problematik des Verständnisses von Wundern in jedem dieser Bibeltexte ist und ich jetzt nicht einfach so zum Text übergehen wollte und konnte. Eigentlich wollte ich mit einer ganz konkreten Geschichte unserer Zeit beginnen, die ich nun noch kurz einschiebe. Sie handelt von Christopher. Ich kann diese Geschichte so offen erzählen, weil sie in Aplerbeck bekannt ist. Kürzlich noch waren die Informationen dazu im Südanzeiger zu lesen. Christopher besuchte bis zum Beginn der Sommerpause unseren Kindergarten in der Schmerkottenstraße. Zu Beginn der Schulzeit wird er die Sonderschule für geistig behinderte Kinder, die Max Wittman Schule besuchen und wird dann jeden Tag von einem Bus abgeholt. Christopher ist zwar nicht im organischen Sinne taubstumm, fall man darunter das völlige Versagen des Gehörs und der Sprache versteht, aber er kann nicht sprechen und manchmal auch nicht sehr gut hören. Vielleicht ist es aber auch wie bei vielen Kindern, die nur das hören, was sie hören wollen. So genauso weiß man das nicht. Die Mutter brauchte Entlastung, da besuchte ich sie mit unserem Zivi Stephan und wir machten aus, wann der Zivi mal ein wenig auf Christopher aufpassen könnte. Als ich auf das Kind zuging lächelte mich Christopher zur Begrüßung an und riss die Arme hoch, ja zappelte vor Freude mit den Armen. Christopher freut sich nämlich jedes Mal, wenn jemand mit ihm etwas spielt oder einfach nur dabei ist, vielleicht auch ein wenig aufpasst, während die Mutter andere Hausarbeiten macht. Ich muss zugeben, dass ich schon einigermaßen geschockt war. Christopher sieht aus wie ein Sechsjähriger, lächelt wie ein Sechsjähriger, schaut intelligent aus wie ein Sechsjähriger, und zappelt mit den Armen, sitzt auf dem Töpfchen, und nimmt alles mögliche in den Mund. Also, um es deutlich zu sagen, ich bin kein Mediziner, aber ich deute all diese Unmöglichkeiten seines Verhaltens als einen absoluten Protest des Kindes gegen seine Unfähigkeit, den Kontakt mit der Außenwelt und Mitwelt zu führen. Er sitzt ja wie hinter einer großen Mauer und ist doch dabei und sieht alles. Als ein neuer Therapeut mit ihm eine Technik des Schreibens angewandt hat, bei dem man irgendwie auf Buchstaben drückt, hat, Christopher einen Satz geschrieben, der in etwa lautete: „Ich möchte sprechen können.“ Oder, „ Es ist nicht schön, nicht sprechen zu können.“ Ich weiß es nicht mehr genau. Die Sache mit Christopher ist deswegen in Aplerbeck so bekannt, weil seine Mutter Geld sammelt für eine Delphintherapie in Florida. Im nächsten Jahr soll Christopher dort eine Zeitlang mit Delphinen behandelt werden. Die Erfolgsrate soll ziemlich hoch sein. Nur die Therapie ist sehr teuer und die Fahrt dahin auch. Wollen wir der Mutter wünschen, dass sie das Geld zusammenbekommt. Und wollen wir ihm wünschen, dass die Delphine ihn zum Sprechen bringen werden. Und da sage mir einer, die Menschen würden heute nicht an Wunder glauben! Und das sage mir einer, es würde heute keine Wunder mehr geben!

Jesus behandelte den Taubstummen nicht mit Delphinen, erhatte so seine eigene Methode. Ich nenne sie mal: Den Himmel auf die Erde rufen. Und das wird im Text genau beschrieben:
Ich erzähle diesen Text nur noch einmal und zeige, was meiner Ansicht nach gemeint ist:
Sie bringen einen Taubstummen zu ihm. Jesus ist in der Nähe des galiläischen Meeres, aber nicht auf der galiläischen, sondern auf der östlichen Seite. In den 12 Städten wird überwiegend griechisch gesprochen. Jesus kommt von Tyrus und Sidon, war also bis ans Mittelmeer gewandert, ebenfalls in nicht –jüdischen Gebieten. Hiermit will Markus zeigen, dass Jesus selbst seinen Namen und seine Person schon außerhalb der jüdischen Volksteile bekannt gemacht hat. Dies erst recht in der 12 Städte Region, die er allerdings schon öfters mit dem Boot angesteuert hatte. Die Situation setzt seine Bekanntheit voraus. Die Leute bringen also den Taubstummen zu Jesus hin, in der Erwartung, dass er ihn heilen könnte. Diese Erwartung setzt die genaue Information voraus, dass Jesus schon geheilt hat.

Nun wird die Erwartung aber genauer beschrieben: Jesus soll diesem Menschen die Hände auflegen. Die Handauflegung als Zeichen das Segens vermittelt die Kraft Gottes, besonders wenn Jesus es tut, so erwarteten es diese Menschen. In der Übermittlung dieser Kraft erwarteten sie die Möglichkeit zur Heilung. Segnen und Heilen scheinen also irgendwie zusammenzugehören. Wie wir wissen, gibt es ja auch eine Geschichte, in der gesagt wird, dass Eltern die Kinder zu Jesus bringen, damit er ihnen die Hand auflegt. Vielleicht erarten auch sie, dass ihre Kinder gesund aufwachsen, dass ihnen nichts Böses passiert. Von einer Handauflegung wird allerdings jetzt nichts berichtet. Jesus tut etwas anderes.

Er nimmt den Taubstummen an die Seite und führt ihn von der Menge weg. Erstens scheint es dort mehr Ruhe zu geben. Zweitens könnten wir daraus schließen, dass Jesus keine Show veranstalten will. Ich denke, dass in der Ruhe und Abgeschiedenheit der Schwerpunkt darauf liegt, dass diese beiden Menschen sich jetzt einander zuwenden.

Der Taubstumme wird dies alles gesehen und gemerkt haben. Jetzt kommt Jesus nah an ihn ran. Er drückt ihn die Finger in die Ohren. Er wendet also diesen Ohren seine ganze Aufmerksamkeit zu und macht das so, dass es der Taubstumme ebenfalls merkt. Ob er dabei sogar so fest drückt, dass der Druck über das Trommelfell weitergegeben wird, können wir nur spekulieren. Weiterhin benetzt er die Zunge des Taubstummen mit seinem Speichel. Vermutlich macht er also dasselbe wie bei den Ohren, er drückt dabei auf die Zunge und übt einen Berührungsreiz aus. Er zeigt dem Taubstummen also wiederum, dass er mit der Zunge etwas wahrnehmen kann. Soweit die Heilungsmethode, die eher an afrikanische Heiler erinnert als an die Schul – Medizin. Was wir jedoch beobachten können ist dies, dass sich etwas ganz Intimes abspielt, wie es auch bei uns nur in der Konzentration des Arztes auf den Patienten im Sprechzimmer möglich ist. Vielleicht hat sich Jesus ja deshalb von der Menge entfernt. Auch der Patient muss sich ganz auf den Arzt einlassen und sich darüber klar werden dass und wie er geheilt werden möchte. Ich erinnere mich an eine Behandlung beim Orthopäden die ähnlich handgreiflich war, wie hier.

Soweit der körperliche Teil. Was jetzt geschildert wird, geschieht allein mit Jesus selbst. Er wendet sich kurz vom Taubstummen ab und blickt zum Himmel. Dieser Blick zum Himmel ist die Haltung des Gebets, wie es damals durchaus üblich war. Jesus nimmt also Kontakt zu Gott auf oder besser gesagt zum Himmel als dem gedachten Raum der Gegenwart Gottes. Jetzt wird gesagt, dass Jesus stöhnte oder seufzte. Er spricht also kein Wort, sondern gestaltet das Gebet in den Urlaut der Verzweiflung, des Seufzens. Vielleicht konnte der Taubstumme dieses schon mithören. Aber das ist mein Phantasie. Ich denke an das Lied von herbert Grönemeier, sie mag Musik nur, wenn sie laut ist. Grönemeier beschreibt in diesem Lied, dass ein gehörloses Mädchen die Musik immer sehr laut hört, weil sie dadurch die Schwingungen auf der Haut spürt.

Jetzt sagt er auf aramäisch „Effata“. Wenn Jesus betet, gebraucht er oft aramäische Worte, wie ja auch das Wort „Abba“, lieber Vater. Der Evangelist fügt gleich die griechische, für uns die deutsche Übersetzung hinzu. Ich habe immer geglaubt, jetzt solle sich der Mund oder die Ohren öffnen. Als ich jetzt die Geschichte noch einmal genauer las, merkte ich, dass hier ja die Einzahl gebraucht wird. Ich denke, dass kann nur bedeuten, dass sich der Himmel dem Taubstummen gegenüber öffnen möge. Die Gegenwart Gottes ist nun präsent, ist wirksam anwesend.

Damit ist die Heilung vollzogen. Im gleichen Augenblick, wie es heißt, tritt die Wirkung schon ein. Der Taubstumme hat sein Gehör und seine Sprache wiedergefunden. Jesus hat den Himmel auf die Erde gerufen, hat mit der Kraft seines Gebetes, die so nur ihm zur Verfügung stand die Heilung bewirkt.

Die Geschichte endet mit dem verrückten Widerspruch, dass Jesus den Umstehenden verbietet, solches weiterzuerzählen, und dass diese es gerade tun. Der Schluß ist dann nur noch wie eine Zusammenfassung, etwa das Wort, dass weitergegeben worden ist: »Wie gut ist alles, was er gemacht hat: Den Gehörlosen gibt er das Gehör und den Stummen die Sprache!«
Jetzt könnte man noch darüber nachdenken, was Hören und Sprechen für den Glauben bedeutet und was dann dieser Satz im übertragenen Sinn bedeutet. Doch ich glaube, dass ist nicht unbedingt nötig. Ich denke, wir wissen alle, dass zum Glauben auch das Handeln gehört. Die Zuwendung zu den Menschen, deren Not unerträglich geworden ist, wird hier beschrieben. Aber die eigentliche Handlung, die zur Heilung führt, ist das Gebet. Nun könnte man darüber nachdenken, was Jesus für uns bedeutet und wieso wir gerade durch ihn neu lernen zu beten. Zu Glauben kann bedeuten, mit der Gegenwart Gottes so zu rechnen, dass unsere kranken Verhältnisse zum Guten gewendet werden.

An Jesus sollen und können wir glauben, auch in unserem 21. Jahrhundert, das sagte ich ja zu Anfang. Das heißt aber auch trotz Radio und Rasierapparat mit der heilsamen Gegenwart Gottes im Unheil und der Not unseres Lebens zu rechnen. Jesus ist im Glauben für uns zweierlei: Jesu ist derjenige, der uns zeigt, dass wir uns als Kinder Gottes verstehen können und dadurch eine ganz einfach Sprache des Glaubens finden. Im Glauben finden wir dann den Himmel geöffnet, wenn wir darum bitten. Darin ist Jesus also auch das Glaubensvorbild. Nicht nur an Jesus zu glauben ist also wichtig, sondern wie er selbst zu glauben und zu handeln, als Christinnen und Christen. Menschlich geht es in der Geschichte zu. Die Not verändert sich. Der Gehör- und Sprachlose findet zu Gehör und Sprache. Der Glaube verändert unsere Erfahrungen. Wir können dadurch Gott in unserem Leben erfahren. Und wir können darüber reden, wo sich Gott in unserem Leben und in unserer Welt bemerkbar gemacht hat, worin wir selbst den Himmel als geöffnet erlebt haben.

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