Gesetz mal drei

Liebe Gemeinde,

hier in dreifacher Weise vom Gesetz die Rede und wenn wir verstehen wollen was Paulus hier über schreibt, sollten wir uns zuerst einmal diese drei Punkt anschauen:

Zuerst geht es um "Gottes Willen, wie es das Gesetz verlangt". Hier ist klar, was gemeint ist, es sind die zehn Gebote und die anderen Gesetze, die in der Bibel genannt werden. Sie sind dazu da, das wir sie kennen und beachten. Wenn wir ihre Funktion anschauen, dann können bei dieser Bedeutung des Gesetzes von Außenlenkung sprechen. die Gesetze werden von außen an uns heran getragen und sollen unser Leben bestimmen.

Zweitens ist hier von dem "Gesetz der Sünde und des Todes" die Rede. Es geht hier darum, das die Menschen und hier ist die Hautfarbe, Nationalität oder andere Eigenschaften egal. Wir können uns das an einem Naturgesetz klarmachen. Wenn ich meinen Kugelschreiber loslasse, dann fällt er zu Boden. Hier gilt das Gesetz der Schwerkraft. Und das gilt ebenso hier bei uns wie in New York oder in Hongkong. So sind wir Menschen immer, überall und zu allen Zeiten dem " Gesetz der Sünde und des Todes " unterworfen. Wie oft haben wir uns vorgenommen, wir wollten nicht mehr lügen. Aber wir logen doch. Da entdeckten wir das "Gesetz der Sünde", das uns regiert Und wie wehren wir uns gegen den Tod! Die Wartezimmer der Ärzte sind überlaufen. Wir schlucken Pillen gegen alles und jedes. Aber wir gehen jeden Tag mehr dem Tod entgegen. Wir sind dem "Gesetz des Todes" unterworfen, Gegen das " Gesetz der Sünde und des Todes " helfen weder Entschlüsse noch Pillen. Das "Gottes Willen, wie es das Gesetz verlangt" soll uns von außen lenken, das in uns ist das stärkere Gesetz der Sünde und des Todes, das diese Außenlenkung immer wieder außer Kraft setzt.

Und nun kommen wir zu dem dritten, dem "Gesetz des Geistes Gottes". Wenn ich meinen Kugelschreiber fallen lasse, fällt er. Aber wenn ich die Hand darunter halte, wird der Fall aufgehoben. Eine andere Kraft, ein anderes "Gesetz" wirkt gegen das Gesetz der Schwerkraft. So hat Gott seinen Sohn, unseren Herrn Jesus, gegeben. In ihm bekommen wir den Heiligen Geist. Nun wirkt zwar das Gesetz der Sünde und des Todes weiter. Aber ein mächtigeres Gesetz: " Gesetz des Geistes Gottes ", wirkt dagegen. Nun bin ich von dem Sünde und Tod frei gemacht in Jesus. Der Unterschied zu dem ersten Gesetz ist, das durch den Glauben an Jesus Christus der heilige Geist in mir, in meinem Leben ist und wirkt. Hier geht es also nicht um einen Außenlenkung wie bei dem ersten Gesetz und den Zehn Geboten. Hier kommt Gottes guter Geist in mein Leben und verändert mein Herz, das ich Gottes willen tun kann. Das ist dann die Innenlenkung des Heiligen Geistes. Deswegen beginnt der Text auch mit einem Jubelruf eines Menschen, der vor Gottes Gericht freigesprochen worden ist. "Wer nun zu Jesus Christus gehört, wird der Verurteilung durch Gott entgehen; er wird leben." Wer zu Jesus Christus hält muss sich immer noch mit dem Teufel beißen und mit dem Tod raufen. In solchen Fällen ist es das Beste und führt zum Sieg, dass wir den ersten Vers hier durchbuchstabieren und den diesen Jubelruf lernen, dass wir nämlich nichts auf uns selber halten, sondern alles von Gott erwarten. Denn dann läuft der Teufel in die Leere und kann nur leeres Stroh dreschen. Das ist auch das was Martin Luther in seinem kleinen Katechismus über die Aufgabe des Heiligen Geistes in der Auslegung des 3. Teiles des Glaubensbekenntnisses geschrieben hat:

"Was ist das: Ich glaube, dass ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesus Christus, meinen Herrn, glauben oder zu ihm kommen kann, sondern der heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiligt und erhalten, gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden beruft, sammelt, erleuchtet, heiligt und bei Jesus Christus erhält im rechten, einigen Glauben, in welcher Christenheit er mir und allen Gläubigen täglich alle Sünden reichlich vergibt und am Jüngsten Tage mich und alle Toten auferwecken wird und mir samt allen Gläubigen in Christus ein ewiges Leben geben wird. Das ist gewisslich wahr." Zwei Dinge sind es also die uns in das Gericht Gottes bringen können: das Gesetz der Sünde oder unsere eigene vermeintlich Heiligkeit.

Zuerst einmal das Gesetz der Sünde. Sünde heißt nicht: "Ich habe ein Stückchen Torte zuviel gegessen." Sünde heißt ich lebe mein Leben selbst und treffe meine Entscheidungen, ohne nach Gott und nach Jesus Christus zu fragen. Der Teufel, das Gesetz und dein Gewissen sagen dir: "Du hast gesündigt. " Denen kannst du frisch und frei antworten "Es ist wahr, ich habe gesündigt." Aber wenn die drei dann weitermachen und sagen: "Deswegen wird dich der Herr dein Gott strafen und verdammen. Du wirst für ewig in der Hölle schmoren." Dann kannst du frisch und frei sagen: "Schert euch zum Teufel. Ich gehöre zu Jesus Christus und in ihm gilt ein stärkeres Gesetz, dass mich von meiner Schuld freispricht."

Dann das zweite die Heiligkeit. Es geht mir nicht um die Scheinheiligkeit, die ich zu der Sünde rechne. Es geht mir um die Heiligkeit, auf die ich mir etwas einbilde und weswegen die Leute etwas von mir halten: Ich sage mir: "So wie ich lebe, bin ich vor Gott schon gerecht. Ich tue gute Werke, gehe ab und zu in die Kirche. Ich tue recht und scheue niemand." Aber im Grunde weiß ich: wenn es wirklich darauf ankommt, kann ich vor Gott nicht bestehen. Es gibt da halt auch noch die vielen Dinge, die vor Gott nicht in Ordnung sind. Deswegen schreibt Martin Luther auch: "Ich glaube, dass ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesus Christus, meinen Herrn, glauben oder zu ihm kommen kann, sondern der heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiligt und erhalten."

Wenn unsere Beziehung zu Jesus Christus stimmt, dann kann uns der Teufel weder auf unsere Sünde noch auf unsere Heiligkeit anklagen. Was will der Teufel da machen, wenn er so einen Menschen findet, denn er weder auf die Sünde noch auf die Heiligkeit anklagen kann. Wenn du das aber nicht beherzigst, deine Sünden nicht bekennst oder zu Gott bringst, oder dir etwas auf deine Frömmigkeit und Heiligkeit einbildest, dann hast schon gegen den Teufel verloren. Alles was wir sind und haben, sind wir von Gott her:

Gott hat uns das Leben geschenkt. Durch die Sünde in unserem Leben, haben wir es verwirkt. Gott möchte es uns in Jesus Christus wieder schenken: 8:10 Wenn Christus in euch lebt, dann ist zwar euer Leib wegen eurer Sünde noch dem Tod ausgeliefert. Doch Gottes Geist schenkt euch ein neues Leben, weil Gott euch als seine Kinder angenommen hat. 8:11 Ist der Geist Gottes in euch, so wird Gott, der Jesus von den Toten auferweckte, auch euren sterblichen Leib durch seinen Geist wieder lebendig machen; er wohnt ja in euch.

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