Er reiste mit frohem Herzen weiter

Liebe Gemeinde,

Urlaubszeit – viele Menschen sind unterwegs um sich für ein paar Tage oder Wochen zu erholen. Urlaubszeit – auch in unserem heutigen Test ist der äthiopische Finanzminister auf seiner Urlaubsreise. Er nutzt sie für einen Trip nach Jerusalem, um sich religiös in Fragen des Judentums weiterzubilden dort hat er sich als Reiselektüre die Buchrolle des Propheten Jesaja. Und nun saß er in seinem Pferdejaguar und las darin. Was dann geschah, will ich mit einem Stromkabel erklären, von dem ich nicht weiß. ob es funktioniert. Also nehme ich den Durchgangsprüfer, halte ihn an die beiden Enden. „Pieps“, Leitung eins ist ok, Pieps Leitung zwei auch, aber bei Leitung drei herrscht Funkstille. Die Leitung ist unterbrochen und ich kann so oft ich will den Durchgangsprüfer hinhalten, kein Mucks ist zu hören. (praktisch demonstrieren)

Dem äthiopischen Finanzminister wird es genauso gegangen sein. Er hatte sich in Jerusalem eine Schriftrolle mit dem Propheten Jesaja gekauft, hat ihn eine Stange Geld gekostet, und er hat angefangen zu lesen. Kapitel 51 ok, Kapitel 52 ok, aber bei Kapitel 53 machte sein Verstand auf einmal keinen Pieps mehr. Er konnte lesen und lesen und lesen und verstand doch nichts.

Ich glaube, das jedem von uns, mich eingeschlossen, schon so einmal gegangen ist: wir haben in der Bibel gelesen und gelesen, aber nichts verstanden, oder nicht verstanden, was das mit mir zu tun hat. Es ist ja nicht nur die eine Sache, dass ich verstehe, was dasteht. Sondern es ist ja auch die andere Sache, dass ich verstehe, was das mit meinem Leben zu tun hat. Damit wir heute verstehen, was diese Geschichte des äthiopischen Finanzministers mit uns zu tun hat, will ich sie noch einmal verdeutlichen: Der Finanzminister war ein bedeutender Mann, er war reich, er war einflussreich, er hatte studiert, er hatte menschlich gesehen alles, aber irgendetwas schien ihm zu fehlen. Eines Tages hörte er in fernen Äthiopien, dass die Leute im Land Israel, in Jerusalem den wahren Gott anbeten: „Vielleicht kann dieser Gott die wahre Freude und den Sinn für mein Lebens geben“, mag er gedacht haben und er reiste nach Jerusalem.

Die Reise dauerte lang und sie war gefährlich. Zu seinem Schutz nahm er Diener mit. In Jerusalem kauft er sich eine Rolle des Propheten Jesaja. Auf der Rückfahrt las er darin. Damals war es üblich, laut zu lesen. Und er las gerade das 53.Kapitel als ihn ein Mann ansprach: „Verstehst du, was du da liest?“ Der Mann war Philippus, der von Gott den Befehl erhalten hatte, auf diese einsame Straße von Jerusalem nach Gaza zu gehen. «Verstehst du eigentlich, was du da liest?» sprach also Philippus den Minister an. «Nein», wie soll ich das denn verstehen, wo es mir noch niemand erklärt hat!» antwortete der Finanzminister, ließ den Wagen anhalten und Philippus aufsteigen. Nun erzählte Philippus dem Finanzminister alles, was er von Jesus wusste: „Die Stelle, die du gerade gelesen hast, handelt von niemand anders als von Jesus, dem Sohn Gottes. Alles Böse, das dich von Gott trennt, alle Sünde hat er auf sich genommen und er ist dafür an deiner Stelle am Kreuz gestorben.“ Da verstand der Finanzminister plötzlich: „Der Herr Jesus hat für mich die Strafe der Sünde getragen, damit ich mit Gott in Ordnung kommen kann.“ Das war es, was er gesucht hatte. Doch er fand es nicht im dem heiligen Tempel in Jerusalem, sondern hier in der Wüste, im Gespräch unter vier Augen. Als Philippus zu ihm sagte: «Wenn du von ganzem Herzen an Christus glaubst, kann ich» dich taufen, antwortete der Minister: „«Ich glaube, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist».“ Philippus hat ihm das nötige Wissen über den christlichen Glauben und über Jesus Christus beigebracht und dann tauft er ihn. Bei uns ist die Reihenfolge umgekehrt: wir taufen die Kleinen und der Konfirmandenunterricht holt den Taufunterricht über Jesus und den Glauben nach.

Der Minister ließ sich von Philippus taufen und er reiste mit frohem Herzen weiter. Dann kommt er wieder zuhause an. Das Tor des Palastes der Königin von Äthiopien wird geöffnet, um das Gespann des Finanzministers einzulassen. Diener stehen bereit, um dem Minister beim Aussteigen behilflich zu sein. Wie immer fliegen freundliche Worte hin und her. Schön sich nach so langer Zeit wieder zu sehen. Zwei Dinge fallen auf: Der Minister hat trotz der langen, beschwerlichen Reise gute Laune und: Die Rolle unter dem Arm trägt er höchstpersönlich. Er lässt sie sich nicht von Dienern abnehmen. Er trägt sie eigenhändig in die Kanzlei. Nach Dienstschluss sitzt er mit Freunden zusammen: Wie war die Fahrt? sind deine Wünsche in Erfüllung gegangen? Bist du auf der Suche nach dem wahren Gott weitergekommen? Und er erzählt seinen Freunden die Erlebnisse, die er hatte und fährt danach fort: „Gott greift ein in unser Leben ein. Gott handelt in meiner Lebensgeschichte. Er hat geradezu Himmel und Erde in Bewegung gebracht, um mich zu finden, um mich zu retten. Gott hat veranlasst, das ich nach Jerusalem aufbreche. War das vielleicht eine enttäuschende Erfahrung im Tempel von Jerusalem. Ich der ich Gott suchen wollte, wurde nicht einmal in den Tempel eingelassen. Mit dem Vorhof musste ich mich zufrieden geben. Wenigstens eine Schriftrolle konnte ich kaufen. wenn ich nur verstanden hätte, was ich da dann gelesen habe. Aber Gott blieb nicht untätig. Er schickte seinen Boten, einen Engel zu Philippus. Und Philippus gehorchte Gott, auch wenn es unsinnig schien, und ging los, in die Wüste.

Gott hat alle kulturellen, politischen, klimatischen und verkehrstechnischen Verhältnisse benutzt, um mir klar zu machen, dass er der wahre Gott ist. Gott redet immer ganz konkret in meine Geschichte und in meinen Alltag.“ Und der Finanzminister erzählte seinen Freunden noch viel mehr von Jesus.

Philippus und den Finanzminister gibt es heute noch. Zuerst zur Person des Finanzministers: Wie viele Leute lesen in der Bibel und lesen und verstehen nichts. Dann legen sie sie weg, weil sie es nichts damit anfangen können. Mensch, mach es doch wie dieser Finanzminister: Lass es dir von erfahrenen Leuten erklären. Der Finanzminister war reich, er war mächtig und er hat studiert. Aber er hat trotzdem nichts verstanden. Wenn schon solche einflussreiche und gebildete Leute in der Bibel nur Bahnhof verstehen, dann kannst du doch auch zugeben, dass das dir an manchen Stellen genauso geht. Doch lege dann die Bibel,. nicht weg, sondern geh zu jemand der davon etwas versteht. Jemand der an Jesus glaubt. er braucht weder reich, noch einflussreich, noch studiert zu sein. Das braucht man nicht, um die Bibel zu verstehen. Sondern er muss den Herrn Jesus kennen und lieb haben. Solch eine Person musst du dir suchen und der kann dir deine Fragen, die du hast, beantworten.

Ein zweites können wir vom Minister lernen: Wie viele Menschen sind von Christen, von Pfarrern enttäuscht worden, so wie der äthiopische Finanzminister im Tempel von Jerusalem enttäuscht worden ist. Aber er zieht sich in seiner Enttäuschung nicht ins Schneckenhaus zurück. er weiß, dass er Gott nicht mit Gottes Bodenpersonal gleichsetzen darf. Wenn du von Christen, wenn du von einem Pfarrer enttäuscht wurdest, gibst es nicht die geringste Rechtfertigung zu sagen, der christliche Glaube sei deswegen Mist. Sondern der christliche Glaube geht gerade davon aus, dass wir Menschen immer wieder scheitern, das wir Fehler machen, dass wir vor Gott und untereinander Vergebung brauchen. Deine Enttäuschung mit Christen oder einem Pfarrer zeigt dir, wie notwendig es ist, dass Jesus für diesen Christen oder Pfarrer, dass Jesus für dich am Kreuz gestorben ist.

Nun kommen wir zur Person des Philippus oder da wie auch im ersten Fall Frauen mit eingeschlossen sind, zur Person der Philippa: Bist du wie Philippus von Gott betreffs des Glaubens in die Wüste geführt worden. Du sitzt in der Hitze des Alltags, in der öden Routine und fragst dich, ob es wirklich Gottes Stimme war, die du gehört hast. Ist der Arbeitsplatz, ist die Schule wirklich der Platz, an dem Gott will, dass ich von ihm weitersagen soll. Hier ist alles so wüst und leer. Da? das dein Platz ist, merkst du spätestens dann, wenn ein Arbeitskollege oder Mitschüler vorbeikommt, den Gott dir vorbeischickt, damit du ihm vom Glauben an Jesus Christus erzählst.

Die erste Botschaft ist die Botschaft an Philippus: Geh, erzähle den Menschen von Jesus Christus. Erzählen ihnen, dass es nicht ausreicht nur getauft sein, sondern das es darauf ankommt diese Taufe im Glauben anzunehmen. Die zweite Botschaft ist die Botschaft an den Finanzminister und alle anderen suchenden Menschen: Glaube an den Herrn Jesus, nimm es an, dass er für dich gestorben ist. Nimm es an, dass du von ihm her, von seinem Wort her dein Leben gestalten sollst. Wenn du getauft bist, nimm deine Taufe an. wenn du noch nicht getauft bist, lass dich taufen. Nicht nur der Finanzminister ist seinen Weg mit frohem Herzen gezogen, sondern auch Philippus. Denn er Wuste, dass ein Mensch zu dem lebendigen Gott gefunden hat und auf ewig gerettet ist.

Und auch du kannst deine Straße fröhlich ziehen, wenn du an Jesus glaubst und auf den lebendigen Gott hörst. Ich wünsche euch allen, dass ihr eure Straße fröhlich ziehen könnt.

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