Die Welt braucht uns

Liebe Gemeinde,

fühlen Sie sich bitte heute ganz persönlich von Jesus Christus angesprochen. Er sagt zu Ihnen, zu jedem uns: „Ihr seid Salz der Erde. … Ihr seid das Licht der Welt.“ Ohne euch wird die Erde ungenießbar! Ohne euch wird es zappenduster in der Welt.

Schauen wir zuerst auf das Salz. Ohne Salz gibt es kein Leben auf der Erde. Als Salz seid ihr wertvoll, teuer und lebensnotwendig. Die Welt braucht euch! Salz bedeutet sehr viel für uns. Es wird für die Küche genommen. Aber auch, um etwas zu erhalten. Dann seid ihr das, was die Erde erhält. Nur ein wenig Salz durchdringt den ganzen Teig, schmeckt das Essen voll ab. Nur ganz wenig Salz gibt den guten Geschmack in der Suppe. Wo wir den anderen die Suppe gehörig versalzen wollen, wird nicht nur das Essen, sondern auch die menschlichen Beziehungen unerträglich. Um in dieser Welt Gottes Liebe weiterzutragen, für Gerechtigkeit und Freiheit einzutreten, bedarf es keines riesigen Salzbrockens. Unser geringe Glauben durchdringt unser ganzes Leben und die Welt. Er kann getrost klein und gering sein. Wenig Salz durchdringt den ganzen Teig, würzt die ganze Suppe, schmeckt das Essen wertvoll ab. Darüber hinaus kommt das kostbare Gut des Glaubens, das Salz der Erde zu ein, das wir zu verteilen haben, aus Gottes Hand.

Das Salz kann nicht geschmacklos werden. Es kann seine Kraft nicht verlieren, sagt uns Jesus. Wir brauchen uns nicht zu ängstigen, etwas von Gottes Kraft zu verlieren. Gottes Liebe und seine Zusage, mitten unter uns durch Jesus Christus da zu sein, wird immer bestehen bleiben. Er hat seinen Geist und seine Liebe in unsere Herzen gelegt. Darum wird seine Kraft immer in uns sein. Der Apostel Paulus bekennt ausdrücklich, dass Gottes Kraft in uns Schwachen mächtig ist. Ja, da wo wir auf unseren eigenen Ruhm und unseren eigenen Glanz verzichten, leuchtet Gottes Liebe und seine Gegenwart in unserem Reden und Tun als Ermutigung zum Leben, als Frieden und Gerechtigkeit in der Welt hell auf.

So ist nun aber auch gesagt, dass das Salz keinen Selbstzweck hat. Sein einziger Zweck ist es, sich außerhalb des Gefäßes zu verbrauchen, überall dabeizusein, aber nicht vorzuschmecken, vielmehr mitzuwirken, dass eine Speise wohlschmeckend ist. Es muss sich auflösen und verteilen, um seinen Geschmack der Liebe, seine Kraft der Gerechtigkeit und des Friedens in allen Lebensbezügen zu durchdringen.

Wenden wir uns dem Wort „Ihr seid das Licht der Welt“ zu. Das Licht ist so lebensnotwendig wie das Salz. Es schafft Orientierung. Es erhellt die Finsternis. Bei Licht besehen, nehmen sich unser Leben und die Welt ganz anders aus, als im Dunkel der Nacht. Ein Licht, das nicht leuchtet, ist absurd. Ein Christ, der nicht von Jesus her ausstrahlt, ist es ebenfalls. Und doch kann dieses Wort sehr schnell als Maximalforderung verstanden werden. Ganz wichtig ist das Licht an dunklem Ort: dass wir bereit sind hinabzusteigen zu den Traurigen, ihr Leid mittragen oder lindern, sie trösten und aufrichten unter dem Licht des Gekreuzigten! Da liegt der Unterschied zu aller bequemen "unerträglichen Leichtigkeit des Seins". Sie ist uns tatsächlich unerträglich, denn Jesus will sein Licht gerade in die Angst und das Elend dieser Welt bringen!

Wir sind es aber auch, die unser Licht verbergen. Wir machen aus dem Glauben eine Privatsache. Damit entziehen der Welt, was sie so dringend braucht. Die Welt, die Menschen brauchen uns damals wie heute. Auch dann, wenn wir versagen und irren, will Jesus Christus durch uns in die Welt hineinscheinen. So sollen wir unser Licht, unsere Fähigkeiten, unseren Glauben, unsere Liebe und unsere Hoffnung, gebunden an Jesus Christus, in der Welt leben. Er wird mit seiner Liebe und seinem Licht die Menschen und die Welt bis in den letzten Winkel mit uns und mit seinem Wort durchdringen.

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