Die Spirale des Bösen

Liebe Gemeinde,

leider ist dies nicht nur eine Geschichte aus der Kinderstube der Menschheit, sondern unsere tagtägliche Wirklichkeit. Wir brauchen dazu nur den Fernseher anschalten oder die Zeitung aufschlagen. Die Probleme der menschlichen Gesellschaft werden noch immer mit Gewalt gelöst und die Geschichte von Kain und Abel ist der Urtyp der Spirale des Bösen.

Schauen wir uns eine Spirale einmal an. Sie beginnt an einem Punkt und dreht sich und dreht sich und wird nach unten immer größer, so wie diese Papierspirale, die ich gerade in der Hand halte. Die Geschichte des Verbrechens hat mit einem Mord begonnen und sich bis zu millionenfachen Mord gesteigert. Der Mensch kennt leider keine Grenzen, wenn es darum geht, sich Grausamkeiten auszudenken. Ich will die Spirale des Bösen an drei Punkten verdeutlichen:

1) Der Neid des Kain
"Abels Opfer nahm der Herr an, das von Kain aber nicht. Darüber wurde Kain zornig und starrte mit finsterer Miene vor sich hin." Die erste Ursache für die Spirale des Bösen war der Neid. Das gilt bis heute und hat seinen Niederschlag in unseren Sprichwörtern gefunden: "Nichts macht ein Auto so alt, wie das neue in des Nachbars Garage." Gott will Kain zur Besinnung bringen: "Warum bist du so zornig und blickst so grimmig zu Boden?" fragte ihn der Herr. "Wenn du Gutes im Sinn hast, kannst du doch jedem offen ins Gesicht sehen. Wenn du jedoch Böses planst, dann lauert die Sünde dir auf. Sie will dich zu Fall bringen, du aber beherrsche sie!" Es ist möglich, den Neid zu beherrschen, und es ist gut, denn es verhindert, dass das zweite passiert:

2) Der Mord des Kain
"Als sie dort ankamen, fiel er über Abel her und schlug ihn tot." Die Spirale des Bösen geht mit einem Mord weiter. Mit dem Faustkeil, so wie bei Kain und Abel gehen die wenigsten heute aufeinander los. Die Mordschauplätze liegen heute an ganz anderen Stellen: im Mutterleib, wenn durch Abtreibung unschuldige Kinder ermordet werden. Oder in der Zeitung und im Fernsehen, wenn durch Rufmord Menschen ruiniert werden. Oder in unseren Herzen, wenn wir uns am Klatsch im Ort beteiligen und über andere schlecht reden. Gott will Kain zur Besinnung bringen "Wo ist dein Bruder Abel?" Auch wir werden von Gott gefragt, wie es um die Menschen steht, die wir schlecht machen. Seine Liebe gilt für alle gleich und als Kain das merkt, kommt es zum dritten Abschnitt in der Spirale des Bösen:

3) Das Selbstmitleid des Kain
"Meine Strafe ist zu hart – ich kann sie nicht ertragen!" Als Kain merkt, dass er vor Gott nichts verstecken kann, schiebt er auf die Mitleidstour. Damit verbaut er sich den Weg um neu anzufangen. Nur wer seine Schuld anerkennt, kann auch Vergebung erfahren. Nicht das Selbstmitleid, sondern nur Reue über die Sünde hilft. Gott will Kain zur Besinnung bringen. "Nein", sagte der Herr, "wenn dich jemand tötet, wird er dafür siebenfach bestraft werden!" Er machte ein Zeichen an Kain, damit jeder, der ihm begegnete, wusste: Kain darf man nicht töten. Kain war ein „frommer“ Mann. Er opferte, er betete. Die Geschichte zeigt, er stand im ständigen Gespräch mit Gott. Das Problem war, dass ihn das nicht von der Sünde abhielt. Es kommt darauf an, nicht nur zu wissen, was Gott will, sondern es auch zu tun. Frömmigkeit ist keine Haltung sondern das ich das mache, was Gott von mir will.

Das Problem des Kain fing an dem Punkt an, als er nicht auf Gott hörte. Das sehen wir wenn wir uns die Sache noch einmal vor Augen führen: an jedem Punkt der Spirale des Bösen wollte Gott ihn rausholen beim Neid: "Warum bist du so zornig und blickst so grimmig zu Boden?" fragte ihn der Herr. "Wenn du Gutes im Sinn hast, kannst du doch jedem offen ins Gesicht sehen. Wenn du jedoch Böses planst, dann lauert die Sünde dir auf. Sie will dich zu Fall bringen, du aber beherrsche sie!" Gott hat genau gesehen, welche Gedanken in Kains Herzen sind. Er zeigt ihm auf wie er das Problem lösen kann: „Plane Gutes, dann kann auch Gutes rauskommen.“ Kain hätte hier aussteigen können und Gott hätte ihm seine bösen Gedanken vergeben.

Beim Mord: "Wo ist dein Bruder Abel?" Gott stellt die entscheidende Frage. Sie soll Kain nicht bloßstellen, sondern ihm helfen aus der Spirale des Bösen auszusteigen. Wenn er zu seiner Tat gestanden wäre und sie ihm leid getan hätte, Gott hätte sie ihm vergeben.

Beim Selbstmitleid: "Nein", sagte der Herr, "wenn dich jemand tötet, wird er dafür siebenfach bestraft werden!" Er machte ein Zeichen an Kain, damit jeder, der ihm begegnete, wusste: Kain darf man nicht töten. Gott schützt hier Kain vor sich selber. Es gibt eine Art von Selbstmitleid, die uns lähmt und die uns hindert, dass wir sinnvoll weiterleben können. Doch Kain schafft es selbst hier, dem Angebot Gottes auszuweichen und wird so der Prototyp des ruhelosen Menschen: der Mensch ohne Gott ahnt im Grunde seines Herzens, dass ihm etwas fehlt. Und damit bleibt er sein Leben lang auf der Suche und ruhelos.

Dreimal gab Gott Kain die Chance zur Umkehr. Dreimal hat er sie verpasst und ist seinen eigenen bösen Weg gegangen. Kain ist also kein gewöhnlicher Verbrecher. Er war ein frommer Verbrecher. Der Mord steht im Zusammenhang mit seinem Opferdienst, das heißt seiner religiösen Praxis. Vor und nach dem Mord betet er, redet er mit Gott. Das sollte uns Christen eigentlich beunruhigen: Es kann auch bei uns passieren, dass wir uns gerade die sogenannten fromme Dingen von Gott wegbringen: Gottes Gnade ist eine tolle Sache, aber sind wir nicht manchmal ein bisschen neidisch darauf, dass sie auch für viel schlechtere Leute als wir gilt.

Mit dem Messer gehen wir auf niemand los, doch mit Worten ist schon so mancher Mord, auch in unserer Gemeinde passiert, wenn es um unser vermeintliches Recht geht. Gott vergibt unsere Sünde, aber es gibt Menschen die behalten sie lieber, um sich in ihrem Selbstmitleid sonnen zu können. In allen drei Fällen spricht Gott zu uns: freu dich an meiner Gnade, rede über andere Gutes und gib mir deine Sünde, damit ich sie vergeben kann. Lasst uns von Kain lernen in dem Sinn, dass wir es besser machen und auf Gottes Worte hören und sie in unserem Alltag umsetzen.

Zum Schluss können wir uns noch etwas sehr interessantes anschauen: „Er machte ein Zeichen an Kain, damit jeder, der ihm begegnete, wusste: Kain darf man nicht töten.“ Was dieses Zeichen zu der Zeit Kains gewesen ist, wissen wir nicht. Es war auf jeden Fall so eindeutig, dass es Kain möglich machte weiter zu leben. Was das Kainszeichen heute ist, das kann ich sagen: es ist das Kreuz an dem Jesus Christus hängt. Auch er ist ein Ermordeter, dessen Blut zum Himmel schreit. Das Blut von Abel schreit nach Rache, aber das Blut von Jesus Christus redet von Vergebung. Die Bibel sagt klar, das das Blut von Jesus Christus uns von unserer Sünde reinwäscht Wenn du dir die Schuld durch die Vergebung abnehmen lässt, dann bist du gerettet.

Schauen wir uns die Spirale des Bösen noch an. Das Böse ist am ist besiegt. Wenn die Spirale sie zusammenfüge, dann erkennst Du auf der Rückseite das Kreuz von Jesus Christus. Nimm auch du das Kreuz von Christus für dein Leben in Anspruch.

drucken