Die Moral von Advent

Liebe Gemeinde,

die Angst vor der Zukunft und die Kinderlosigkeit sind Zeichen dafür, dass Jesus unsere zeit 2000 Jahre später zutreffend beschrieben hat. Und die Schrecken und die Not ist groß. Warum gibt es so wenig Kinder. Nicht weil in Deutschland weniger Kinder gezeugt werden. Es ist viel schrecklicher. Die Kinder werden abgetrieben, ehe sie das Licht der Welt erblicken. und die Frauen werden mit der Not allein gelassen, dass sie einen Menschen getötet haben. Und Einrichtungen, die wirklich helfen, wie z.B. die Birke, sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Auf diesem Hintergrund muss ich fragen: Was bringt uns die Zukunft?

Auf der einen Seite stehen die unvorstellbaren Schrecken und Not, die Jesus hier beschreibt. Ich will da gar nicht weiter machen, ihr müsst morgen nur die Zeitung aufschlagen, um euch diese Schrecken ins Haus zu holen. Wenn ich nur die Zeitung lesen würde, dann müsste ich daran verzagen und zerbrechen. Zum Glück habe ich noch meine Bibel, die ich neben die Zeitung legen kann.

Denn in ihr stehen zwar auch diese ganzen Schrecken, die ich da lese. Jesus hat das alles vorausgesagt. Aber die Folge ist eine andere: Jesus hat uns zu getroster Hoffnung aufgefordert: „Wenn sich diese Dinge ereignen, dann dürft ihr hoffen. Eure Befreiung steht vor der Tür.“

Aber glaubst du das noch? Glaubst du das Jesus wiederkommen wird in diese kaputte Welt, um die Welt zu richten und dann einen Himmel und eine neue Erde zu schaffen?

Die Frage hat entscheidende Bedeutung dafür, ob du überhaupt noch Advent feiern kannst. Advent heißt Warten. Die meisten Menschen warten heute nur noch auf Weihnachten. Auf den, an den wir an Weihnachten denken, warten sie nicht mehr. Darum ist die ganze Adventszeit, ja die Zeit vorher, alles ist ein vorweg genommenes Weihnachten. Wenn es im September schon Christollen und Lebkuchen gibt, wenn Ende November schon die Weihnachtsbäume aus dem Boden sprießen und in den Geschäften die Weihnachtslieder laufen. Die Menschen können nicht mehr warten, weil wir heute alles und sofort haben können und wenn sie einen Kredit aufnehmen müssen.

Das Geheimnis der Adventszeit und von Weihnachten liegt dagegen im Warten können. Nur wer warten kann, kann es auch begreifen und sich freuen. Das wird auch an den Symbolen deutlich. Der Adventskranz ist solch ein Symbol: erst eine, dann zwei Kerzen usw.

Mit dem nicht warten können, hängt auch unsere Angst und Sorge zusammen. Denn wenn ich auf Jesus warten kann, habe ich keine Angst etwas zu verpassen. Wenn ich auf Jesus warten kann, muss ich mich nicht um die Zukunft sorgen.

Wir müssen wieder neu lernen, was die Adventszeit bedeutet und wie wir sie richtig begehen können. Dazu möchte ich eine Geschichte erzählen:

Auf einer Halbinsel eines italienischen Sees liegt eine verträumte Villa. Nur der Gärtner lebt da und führt auch die Besucher. „Wie lange sind sie schon hier?“ „24 Jahre.“ „Und wie oft war die Herrschaft hier in dieser Zeit?“ „Viermal.“ „Wann das letzte Mal?“ „Vor 12 Jahren“, sagte der Gärtner. „ich bin fast immer allein. Sehr selten, dass ein Besuch kommt.“ „Aber sie haben den Garten so gut instand, so herrlich gepflegt, dass ihre Herrschaft morgen kommen könnte.“ Der Gärtner lächelt: „Heute, mein Herr, heute.“

So wie dieser Gärtner auf seine Herrschaft rechnet, so möchte auch ich auf Jesus warten können.

Ich möchte den Lebensgarten so in Ordnung bringen, das Jesus kommen kann.

Da muss manches Unkraut ausgejätet werden, was nicht in Ordnung ist. Da gibt es so manches, was vom Warten auf Jesus abhält. Die Faulheit beim Bibellesen und Gebet. Die Gleichgültigkeit anderen Menschen gegenüber. Die Gedankenlosigkeit, wie die Freizeit geplant wird. Oder da ist das Unkraut der Angst und Sorge, das mich vom Vertrauen und der Hoffnung von Gott abhält. Da hilft nur eines: raus damit.

Im Lebensgarten müssen auch die Bäume beschnitten werden. So manches für das ich bisher Zeit hatte, geht nicht mehr, wenn ich auf Jesus warte. Denn dann verbringe ich Zeit im Gespräch mit ihm, rede im Gebet mit ihm und höre auf die Antwort der Bibel. Bei den Lebens-Bäumen hilft nur eines: radikal in Form scheiden.

Die beiden Punkte befolgen ist zwar schmerzhaft, wenn dein Lebensgarten aber in Ordnung kommen sollen unabdingbar. Nur wenn das Unkraut gejätet ist, kannst du Neues säen und pflanzen: dann wachsen Glaube, Hoffnung und Liebe. Und nur wenn die Bäume beschnitten werden können sie Früchte tragen. Und Früchte sind uns versprochen: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Geduld, maßvoll sein.

Warum ist das so wichtig. Wenn das Leben hier für dich alles ist, dann bist du nur ein kosmisches Staubkorn, das nach spätestens 120 Jahren und Nimmerwiedersehen verglüht. Ohne Gott hast du nicht mehr Hoffnung, als das.

Wenn du auf Jesus wartest, dann bist auf der richtigen Seite. Die hundert Jahre, die du als komisches Staubkorn auf dem Planeten Erde lebst, sind von entscheidender Bedeutung. Zu einen kennt Gott jedes einzelne dieser Staubkörner. Und zum anderen entscheiden diese maximal hundert Jahre darüber, wo du die Ewigkeit verbringst. Jesus hat das klar gesagt:

„Und wenn auch Himmel und Erde vergehen, meine Worte vergehen nicht“ Das heißt auch, dass meine Angst und meine Sorgen vergehen werden. Aber worauf ich mich felsenfest verlassen kann, sind die Worte Jesu. Der erste Teil ist ja schon eingetreten. „Zu dieser Zeit werden Zeichen an Sonne, Mond und Sternen Unheil verkünden. Angst und schreckliche Ratlosigkeit beherrschen die Menschen, weil Sturmfluten und Katastrophen über sie hereinbrechen. Ungewissheit und Furcht treiben sie zur Verzweiflung. Sogar der Lauf der Gestirne wird in Unordnung geraten.“ Und es gibt niemand, der mir einen vernünftigen Grund dagegen sagen kann, warum das zweite nicht auch eintreten soll: „Doch dann werden alle Völker den Menschensohn in den Wolken des Himmels mit göttlicher Macht und Herrlichkeit wiederkommen sehen.“

Jesus wird zum zweiten Mal kommen. Beim ersten Mal kam er als Kind in der Krippe, arm, schutzlos, verkitscht. Gottes Sohn kam zu uns in der Gestalt eines Menschen, um uns zu rufen, um uns zu mahnen den Lebensgarten in Ordnung zu bringen.

Wenn er das zweite Mal kommen wird, dann kommt er als der Menschensohn, um die Welt zu richten. Wir, die zu ihm gehören, brauchen davor keine Angst und Sorge zu haben. Nein, durch das wissen werden vielmehr diese weggeblasen: „Deshalb: Wenn sich diese Dinge ereignen, dann dürft ihr hoffen. Eure Befreiung steht vor der Tür.“

Schwierigkeiten sind für uns Christen kein Grund den Kopf hängen zu lassen, sondern ein Grund den Kopf zu erheben. Denn an den Schwierigkeiten sehen wir, dass Jesus nahe ist. Das ist für mich auch immer wieder schwierig, mich durch Schwierigkeiten und Widerstände nicht entmutigen zu lassen. Tag für Tag gibt es da genug. Und ich möchte aus dem Text lernen, dass wir in diesen Schwierigkeiten aufblicken, den Kopf heben dürfen, und Jesus entgegen schauen. Das nimmt die Probleme, die vor meinen Füssen liegen, zwar nicht weg, aber es lässt mich auf das herrliche Ziel blicken: Jesus Christus kommt wieder.

Die Angst und Sorge bleiben, sie wachsen mit in dem Lebensgarten. Das kennt ihr aus eueren eigenen Gärten. Das Unkraut, so gut ihr es auch ausrupft, es kommt wieder. Doch dann gebt ihr ja auch nicht auf und sagt, es ist alles zwecklos und lasst euren Garten mit Unkraut überwuchern. Nein ihr geht immer wieder daran und beseitigt das Unkraut. So ist es auch im Glauben und im Warten auf Jesus Christus: das Unkraut der Angst und Sorge und der Sünde müssen wir immer wieder ausreißen, unser Leben lang.

Und die Moral von der Geschicht,
ob du wartest oder nicht:
Jesus kommt und richt die Welt,
wann und wie es ihm gefällt.
Angst und Sorge gibt es heut,
doch freu dich auf die Ewigkeit.

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