Die Flamme weitergeben

Liebe Gemeinde,

als der Brief an Sardes geschrieben wurde, war Sardes ein unbedeutendes Provinzstädtchen in Kleinasien, das auf ehemals großen Ruhm zurückblicken konnte. Einer seiner Herrscher war z.B. der sagenumwobene König Krösus, dessen Reichtum bis heute sprichwörtlich ist.

Auch die dortige christliche Gemeinde hatte schon bessere Zeiten gesehen und sonnte sich im Ruhm vergangener Tage. Als die Menschen dort von Jesus Christus gehört hatten, brannte das Feuer des Glaubens. Doch sie legten dem Feuer nichts nach und brannte es bis zur Asche herunter. "Man sagt von euch, dass ihr eine lebendige Gemeinde seid. Aber in Wirklichkeit seid ihr tot."

Jesus fällt kein pauschale Urteil über die Gemeinde in Sardes. Zwar ist die Mehrheit der Gemeindemitglieder tot. Aber es gibt einige, die sind heben sich heraus. Die haben den Mut, nicht mit der Masse mitzuschwimmen. Darum werden sie auch nicht mit der Masse ins Verderben stürzen. Wer sich an Jesus hält, der wird von Jesus gehalten, den will Jesus aus der Masse herausfischen – bis in Ewigkeit, auch in Gottes Gericht.

In diese Situation hinein will Jesus Christus die Gemeinde in Sardes und auch unsere Gemeinde in Hardheim aufrütteln. Was war eigentlich das Problem in Sardes:

Die Christen lebten in der Vergangenheit, und erinnern sich an den großen Aufbruch, als damals das Evangelium nach Sardes kam, die vollen Gottesdienste und die vielen Heilungen, die damals geschenkt wurden. Da strahlen die Augen, wenn davon erzählt wird.

Das gibt es auch heute, wenn mir bei Besuchen erzählt wird: "Wissen Sie, früher war alles besser." Oder wenn darüber geklagt wird, wie wenig Leute in der Kirche sind. Leben nur im Rückblick lähmt, die Chance liegt darin wieder neu mit Jesus anzufangen. Tradition heißt, die Flamme weitergeben, nicht die Asche aufbewahren.

Das war auch ein Ziel der Visitation in diesem Jahr. Hier haben wir uns überlegt, wie wir die Flamme des Glaubens weitergeben können. Eine Idee war die Gemeindewoche, die wir nächsten März in unserer Gemeinde durchführen sollen. Macht mit die Flamme des Glaubens weiterzugeben und kommt zum Mitarbeiterkreis am 8.1. mit Lothar Eisele. Hier wird das praktiziert, von dem hier die Rede ist:

Wache auf und stärke die wenigen, deren Glaube noch lebendig ist, bevor auch ihr Glaube stirbt. Denn so, wie du bisher gelebt hast, kannst du vor Gott nicht bestehen.

Was tot ist, können wir nicht auferwecken, so kommt es darauf an, dass wir vor dem geistlichen Tod einschreiten. Neu das Feuer des Glaubens entfachen mit der Gemeindewoche, das ist unser Ziel. Die bestehenden Gemeindekreise soll gestärkt und Menschen angesprochen werden, die noch nicht zu uns kommen.

Wie kommen neue Menschen zu uns? Indem wir sie einladen. Und wer kann sie einladen? Natürlich diejenigen, die schon da sind. Was folgt also daraus? Liebe Gottesdienstbesucher, ihr seid es, die die Flamme des Glaubens weitergeben und andere in unsere Gemeinde einladen können. Überlegt euch einen Menschen, denn ihr in der nächsten Zeit in unsere Gemeinde einladen könnt. Und merkt euch den 8.1. vor, an dem wir die Gemeindewoche planen wollen. Denn dann beherzigen wir das, von dem hier die Rede ist:

Hast du denn ganz vergessen, wie du Gottes Wort gehört und aufgenommen hast? Besinne dich wieder darauf, kehre um und ändere dich von Grund auf.

Wenn wir uns an die positiven Dinge der Vergangenheit erinnern, gibt das Mut für die Zukunft. Denkt an die Gemeindewoche, die wir vor einigen Jahren hatten und was daraus gutes gewachsen ist. Denkt an den Gemeindesonntag an diesem Jahr, an dem wir über die Arbeit in Sibirien hören durften. Oder denkt an die Arbeitseinsätze bei denen wir unsere Kirche gestrichen habe. Alles das sind positive Ereignisse, auf die wir zurückblicken können. Vielleicht gibt es auch einen andere Veranstaltung, die dir gefallen hat. Neu das Feuer entfachen mit der Glut der Erinnerung an die positiven Dinge der Vergangenheit. Warum es so wichtig ist, aufzuwachen, zeigt die Fortsetzung:

Wenn du nicht wach wirst, werde ich plötzlich da sein, unerwartet wie ein Dieb. Und du wirst nicht wissen, wann ich komme.

Jesus kommt wieder, das ist die Botschaft der Adventszeit. Dann fordert er Rechenschaft von uns und eine der Fragen, die Jesus dann an mich stellen wird ist, ob ich die Flamme des Glaubens weitergegeben habe. Es kommt also darauf an, das Feuer neu zu entfachen, weil sonst der Ofen aus ist. Aber es gibt einige, denen das nicht egal ist:

Aber auch bei euch in Sardes sind einige, denen der Schmutz dieser Welt nichts anhaben konnte. Sie werden immer bei mir sein und weiße Kleider tragen; denn sie sind es wert. Wer durchhält und das Böse besiegt, der wird solch ein weißes Kleid tragen.

"Einmal ist keinmal" wird bei uns als geflügeltes Wort gehandelt und so manches Auge zugedrückt. Es ist genau das Gegenteil von dem, was unser Herr Jesus für wesentlich hält und hier an die Gemeinde ins Sardes schreibt. Weiße Kleider sind das Gegenteil von schmutzigen Kleidern, es ist das Gewand der Verklärung Jesu und der Engel, der himmlischen Wesen: Für uns Christen ist es das Zeichen des empfangenen ewigen Heils. Wer trotz aller Anfechtungen und Nöte sich an Jesus klammert und bei Jesus bleibt, der hat die Verheißung des ewigen Heils. Die Bibel weiß, das wir immer wieder Vergebung brauchen und darum sind unserer weißen Kleider die in der Vergebung des Blutes Jesu gewaschenen Kleider. Neu das Feuer entfachen bedeutet, sein Leben von falschen Dingen und Schuld zu reinigen und sich so neu den Glauben an Jesus Christus entfachen lassen, der uns in das Buch des Lebens bringt:

Ich werde seinen Namen nicht aus dem Buch des Lebens streichen, sondern mich vor meinem Vater und seinen Engeln zu ihm bekennen.

In der Offenbarung gibt es viele Bücher, in denen der Menschen Werke verzeichnet sind. Und des weiteren ein besonderes Buch, das Buch des Lebens, in dem die Namen derer stehen, die am ewigen Leben teilhaben. Dies ist ein Bild für unserer Verhältnis zu Jesus, ob wir ihn vor den Menschen bekennen und in anderen das Feuer neu entfachen.

Wir haben heute einen Ältesten verabschiedet und sechs Älteste in ihr Amt eingeführt. Hier in unserem Text ist auch von der Aufgabe des Ältestenamtes die Rede, es ist Aufforderung:

Wache auf und stärke!

Das Ältestenamt ist ein Wächteramt, das wacher Augen bedarf, um die Lage unserer Gemeinde richtig einzuschätzen und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Liebe Gemeinde, bete für die Ältesten, dass sie immer wieder die wachen Augen bekommen, die sie für ihr Amt brauchen.

Das Ältestenamt ist ein Amt, um zum Stärken. Das ist hier die Aufforderung, die an die Christen in Sardes gegeben, das ist die Aufforderung, die heute an die Ältesten weitergegeben wird. Diese Stärke haben sie nicht aus sich selbst, sondern sie kommt aus der Verbindung zu unserem starken Gott. Die Bibel und das Gebet sind die Quellen der Stärke, die das Feuer des Glaubens entfachen und am brennen halten. Diese Erfahrung wünsche ich unseren Ältesten für die nächsten sechs Jahre.

"Hört genau hin, und achtet darauf, was Gottes Geist den Gemeinden sagt!"

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