Deine Rettung

<i>[Anspiel der KonfirmandInnen: Die Verhaftung des Petrus und seine Befreiung]</i>

Liebe Gemeinde,

wenn wir es so vorgespielt bekommen, dann wird der Predigtext noch deutlicher. Den Anfang müssen wir erst einmal verdauen: Der eine wird von Gott gerettet, der andere muss dran glauben. Jakobus hat sicher nicht mehr und weniger Glaube gehabt wie Petrus. Aber Jakobus ist wegen seinen Glauben gestorben. "Jakobus, der Bruder des Johannes, wurde enthauptet." Petrus ist zur weiteren Arbeit für seinen Glauben an Jesus Christus freigekommen und hat Gott gelobt: "Der Herr hat mir tatsächlich seinen Engel geschickt, um mich aus der Gewalt des Herodes zu retten." Hier stehen wir vor einem Geheimnis, das wir stehen lassen müssen. Manche Wege Gottes können wir nicht erklären. Nur eines können wir feststellen: wie es dir geht, ob schlecht wie dem Jakobus oder gut wie dem Petrus sagt überhaupt nichts aus, wie tief und stark dein Glaube an Jesus Christus ist. Dein Glaube zeigt sich darin, wie du dein Leben, ob mit vielen oder wenigen Problemen, meisterst.

Zwei Dinge erwarten uns heute in der Predigt: 1) Anhand der Geschichte können wir eine ganze Menge für unseren Glauben lernen. 2) Am Beispiel der Befreiung des Petrus will ich heute die siebzehn Konfirmandinnen und Konfirmanden der Gemeinde vorstellen. Die Bilder, die sie sich ausgesucht haben und die als Fensterbilder an den Fenstern hängen, will ich dazu verwenden.

Fangen wir mit dem Drachen der Geschichte an. Das ist König Herodes, nicht der, der in Bethlehem die Kinder umbringen ließ, das war sein Großvater. Auch nicht der, der an der Verurteilung von Jesus beteiligt war, das war sein Vater. Ihr seht also, das Morden hat in dieser Familie schon Tradition, eine richtige Drachenfamilie und so wundert es nicht, das Herodes den Jakobus umbringen lässt und Petrus ins Gefängnis werfen lässt. "Als Herodes merkte, dass er dadurch bei den jüdischen Führern an Ansehen gewann, ließ er noch während des Passahfestes Petrus gefangen nehmen." S. S. hat sich den von Gott besiegten Drachen des Bösen ausgesucht. Das Böse ist stark in unserer Welt und trotzdem ist es schon besiegt. Das Bild macht deutlich, dass im Gericht Gottes, der Sieg Jesu am Kreuz endgültig durchgesetzt wird. Bis dahin gibt es das Kreuz, das Leiden, das Jesus auf sich genommen hat, bleibt Petrus, bleibt denen die Jesus nachfolgen, nicht erspart. "Man warf den Apostel ins Gefängnis."

Wir sitzen mit Jesus im selben Boot, das wird in den Bildern von J. R. und S. T. deutlich, wenn sie Schiffe haben, in denen der darin sitzende Mensch das Kreuz im Blick hat. Ein Schiff ist ein Symbol für die christliche Gemeinde, die sich an dem gekreuzigten und auferstandnen Jesus Christus ausrichten soll.

Das ist auch beim S. Sch. im Blick. Er hat auf seinem Bild ein Lamm, dass uns zeigt, dass Jesus als Opferlamm für unsere Schuld an das Kreuz gegangen ist. Auch wenn wir jetzt noch unter dem Bösen leiden, es sind nur die Rückzugsgefechte, bis es endgültig besiegt sein wird. Trotzdem kann uns das ganz schön an die Nieren gehen, wie der Fall des Petrus zeigt. Gut ist dann, wenn wir wie er von Gott die Kraft bekommen, er kann ja in all dem noch ruhig schlafen.

Das Symbol der Kraft Gottes, die Feuerflammen des heiligen Geistes, das sehen wir im Bild von S. M.. Gottes heiliger Geist will uns im Glauben gewiss machen und durch die Schwierigkeiten des Lebens führen. Bei den Bildern finden wir noch ein zweites Bild, in dem dieser Schutz Gottes in all den Stürmen des Lebens deutlich wird. D. R. hat sich das Bild der Arche Noah mit Regenbogen ausgesucht. Etwas drittes finden wir beim P. M., der mit dem Delfin einen Fisch hat, der schon machen Schiffbrüchigen gerettet haben soll.

Warum weiß sich Petrus so sicher in Gottes Hand? Er weiß, dass seine Mitchristen für ihn beten. Das tut auch uns gut, wenn wir wissen, dass es Menschen gibt, die in schwierigen Situationen für uns beten. S. H. findet in ihren Bild einen Menschen, der sich zum Gebet niedergekniet hat. Aber auch im Bild von A. K. wird deutlich, dass die Kirche zum Gebet zusammenstehen soll und sie damit zum Segen für die Welt wird. "Aber die Gemeinde in Jerusalem hörte nicht auf, Gott um Hilfe für den Gefangenen zu bitten."

Gott reagiert auf Gebet. Er weckt den Petrus auf, als es darauf ankommt. A. W. hat den Hahn, der dies verdeutlicht. Er hat den Petrus damals auf der Dunkelheit des Verrates seine Freundes Jesus aufgeweckt. Die Frage ist nur, ob wir auf Gott hören wollen. Dieses Mal hat Gott keinen Hahn, sondern einen Engel geschickt, den der A. H. in seinem Bild hat. "Plötzlich betrat ein Engel des Herrn die Zelle, und Licht erfüllte den Raum." Gott hat so manchen Weg, der Licht in die dunkelste Situation bringt, darum leuchtet bei M. H. die Kerze. So auch hier bei Petrus. Als der Engel kommt, wird es hell. Engel müssen keine Flügel haben, es sind die Agenten in Gottes Geheimauftrag. Engel 007 hatte den Auftrag, Petrus sicher aus dem Gefängnis zu führen und verschwand dann wieder.

A. A., K. L. und F. L. haben Fische und einen Anker. Ein Anker bietet Halt und Sicherheit für ein Schiff. Und so bietet der christliche Glaube Halt und Sicherheit für unser Lebensschiff. Der Fisch ist neben dem Kreuz eines der wichtigsten christlichen Zeichen. Dazu bringe ich den Konfirmandinnen und Konfirmanden jetzt das griechische Wort für Fisch bei: Ichtüs (nachsprechen lassen). Dabei sind die Anfangsbuchstaben wichtig, die jeder für ein griechisches Wort steht: Jesus Christus Theos Hios Sotär (nachsprechen lassen), auf deutsch heißt das: Jesus Christus Gottes Sohn, Retter. Das ist die Erfahrung, die der Petrus ganz direkt gemacht hat: dass Gott ihn gerettet hat. Hier wird ein Unschuldiger durch den Engel Gottes aus dem Gefängnis befreit. Im Bild von E. K. haben wir es dargestellt, wie ein Gefangener der von der Beinkugel seiner Schuld befreit wird.

Das gibt nicht damals für Petrus, das gilt heute für uns. Gott war, ist und bleibt derselbe. Das hat S. J. mit dem Alpha (erster Buchstabe des griechischen Alphabets) und Omega (letzter Buchstabe des griechischen Alphabets) und der Weltkugel. Das gibt uns auch bei Problemen und Schwierigkeiten Trost und Hoffnung für die Zukunft. So wie Gott den Petrus aus dem Gefängnis durch eine Engel befreit hat, möchte Gott uns aus dem Gefängnis der Schuld durch Jesus befreien. Mag es noch so viele Gedanken geben, die uns an die Schuld ketten, mag es noch so viele Freunde geben, die vor der Tür stehen und uns zurückhalten wollen: Jesus kann uns sicher aus dem Gefängnis der Schuld in die Freiheit der Kinder Gottes leiten. Den Durchgang durch die Bilder könnt Ihr nach dem Gottesdienst noch einmal ganz praktisch machen und euch die Fensterbilder an den Fenstern in Ruhe anschauen.

Nachdem wir zu Beginn der Predigt den Predigttext vorgespielt bekommen haben, möchte ich ihn heute am Ende noch einmal vorlesen.

[TEXT]

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