Dein Glück

Liebe Gemeinde,

diese Woche stand es in der Zeitung, was den meisten Menschen hier in Deutschland am wichtigsten ist: das persönliche Glück. Glück gilt im Alten Testament als eine Gabe Gottes. Und wenn den Menschen ihr Glück so wichtig ist, dann sollten sie sich um den kümmern, der ihnen das Glück geben kann.

Das die Rechnung nicht so ganz einfach ist, sehen wir an unserem heutigen Text. Wenn es uns wirklich um unser persönliches Glück geht, dann gehören noch eine Menge andere Dinge dazu, die damit zu tun haben: „Habt ihr vergessen, dass für Menschen, die Unrecht tun, in Gottes Reich kein Platz sein wird? Darauf könnt ihr euch verlassen: Keiner, der unzüchtig lebt, keiner, dem irgend etwas wichtiger ist als Gott, kein Ehebrecher, kein Mensch, der sich von seinen Begierden treiben lässt und homosexuell verkehrt, wird einen Platz in Gottes Reich haben; auch kein Dieb, kein Ausbeuter, kein Trinker, kein Verleumder oder Räuber.“

Was hindert uns also an unserem persönlichen Glück: zusammengefasst gesagt, wenn wir uns von unserer Lust und unseren Begierden treiben lassen. Denn vieles was kurzfristig unser Glück zu sein scheint, bringt uns langfristig Unglück:
Zügelloser Umgang in der Sexualität -> Verlust der Bindungsfähigkeit, Einsamkeit
Leichtfertiger Umgang mit dem Eigentum anderer -> erwischt werden, schlechtes Gewissen
Schwätzen über andere -> es wird kein Vertrauen mehr entgegengebracht.

Solches Verhalten mag kurzfristige Glücksgefühle bringen, aber langfristig zerstört es das Glück unseres Lebens. Es ist ein Unterschied, ob ich mit oder ohne Jesus Christus lebe. Wenn ich mit Jesus lebe, muss ich auf manch kurzfristiges Glück verzichten, doch langfristig finde ich das ewige Glück. Das ist umso schwieriger, da wir als Christen auch Probleme mit der Sexualität, dem neid und dem Klatsch haben. Wie kann da Paulus so einfach schreiben: Und all das sind einige von euch gewesen. Aber jetzt sind eure Sünden abgewaschen. Durch Jesus Christus gehört ihr ganz zu Gott, und durch seinen Geist seid ihr freigesprochen. Unser Körper gehört Gott.

Ist das nicht eine Überforderung für uns, was Paulus hier schreibt? Nein, es ist eine Zielvorgabe, die wir im Auge behalten sollen, lasst mich dazu eine Geschichte erzählen: Er war Alkoholiker und hatte sich nun für Jesus Christus entschieden. »Nun wird alles gut!« denkt er. Das denken auch seine Freunde, seine Eltern. Verzweifelt aber muss er erkennen, dass er immer wieder versagt. Er sieht keinen Ausweg. Da lädt ihn eine alte Frau ein. Sie brauche jemanden, der ihr hilft, ein neugerahmtes Bild aufzuhängen. Und eine Tasse Kaffee werde er ‚doch wohl nicht verachten. Wie gemütlich es bei solch einer lieben alten Frau sein kann! denkt er und erzählt von sich, vom Betrieb, ja, und am Ende spricht er auch über sein großes Problem. »Haben Sie es schon mit dem Namen probiert?« fragt die Frau. »Mit dem Namen Jesus? – Ja, dass sie an ihn denken, wenn’s wieder schwierig wird?« Er versucht es. Jedes Mal, wenn er an seiner alten Kneipe vorbeikommt, denkt er: »Jesus!« Tatsächlich, ER hilft! Er denkt dann an Jesus – an die großen Taten, an sein Leiden, und schon ist er an der Kneipe vorbei. Lange Zeit gelingt das. Er wird sicherer. Da – eines Tages – die Tür der Kneipe ist offen – Biergeruch dringt heraus, und schon ist er drin. Er merkt nicht, wie seine Freunde grinsen. Da fällt sein Blick durch die halbgeöffnete Tür zur Wohnung des Gastwirtes auf ein Kruzifix. »… Jesus«, sagt der Mann, dass es alle hören, steht auf, legt dem Wirt das Geld hin – »… stimmt«, hört der ihn noch sagen, und Wirt und Gäste sehen den Mann nach draußen stürmen. Für den Mann ist und bleibt es schwierig auf das kurzfristige Glück des Alkohols zu verzichten, aber von Jesus bekommt er die Kraft, die Sache langfristig anzupacken.

Vielleicht gibt es auch in deinem Leben ein Problem, über das du immer wieder stolperst, dann kann auch dir der Name Jesu die Kraft geben, langfristig damit fertig zu werden. «Es ist alles erlaubt», sagt ihr. Das mag stimmen, aber es ist nicht alles gut für euch. Diese Parole «Es ist alles erlaubt» darf aber nicht dazu führen, dass ich mich von irgend etwas beherrschen lasse und meine Freiheit verliere. Heute hören die Leute nur noch den ersten Teil: „Es ist alles erlaubt“, das „aber“, das folgt, das vergessen sie. Als Christen haben wir Freiheit, darum müssen wir uns nicht mehr von der Sünde beherrschen lassen. Der Preis für unsere Freiheit heißt Jesus Christus. Gott hat seinen Sohn auf die Erde geschickt, um uns von der Sünde freizukaufen. Jesu Tod am Kreuz hat das ein für alle Mal erledigt, so wie es hier heißt.

„Gott hat einen hohen Preis gezahlt, um euch freizukaufen;“ Ein Junge bastelt sich ein wunderschönes Segelschiff. Mit Liebe und Sorgfalt fügt er die Teile zusammen, takelt es mit großem Geschick auf und hat seine helle Freude an dem gelungenen Werk. Dann bringt er es stolz zum Fluss, um es dort schwimmen zu lassen. Heiter läuft er am Ufer entlang, während sein Segelschiff ruhig über das Wasser gleitet. Das weiße Segel füllt sich mit dem Sommerwind. Doch plötzlich wird das Schiff von einer Windböe und der Strömung fortgerissen. Der Junge kann es nicht mehr erreichen und muss voller Schmerzen zusehen, wie es verschwindet. Ganz geknickt kommt der Junge nach Hause. Sein wunderschönes Schiff ist verloren. Wochen später entdeckt der Junge sein Segelschiff in einem Pfandhaus. Dort im Schaufenster liegt sein Boot, das er mit Liebe gebaut, mit Eifer angemalt und hergestellt hatte. Er geht in das Pfandhaus und erklärt dem Besitzer, er möchte das Boot haben, es wäre sein Eigentum. Doch der Mann hinter dem Tresen zeigt ihm das Preisschild und erklärt: "Wenn du den Preis bezahlst, kannst du das Schiff haben!" Der Junge arbeitet Wochen und Monate, verzichtet auf alle anderen Dinge und hat schließlich die Summe bereit, geht in das Pfandhaus, erwirbt sein Segelschiff und geht voller Freude damit nach Haus. Unterwegs streichelt er das Boot und sagt voller Liebe zu ihm: "Nun gehörst du mir zweimal. Einmal, weil ich dich mit Liebe gemacht habe, und ein zweites Mal, weil ich dich mit Schmerzen teuer erkauft habe."

Auch wir Menschen gehören Gott zweimal. Einmal, weil er uns mit Liebe gemacht hat. Wir sind seine Kunstwerke. Aber wir haben uns von Gott losgerissen und gehören nun fremden Mächten. Doch Gott kauft uns mit dem Leiden und Sterben seines Sohnes los. Wir gehören Gott ein zweites Mal, weil er uns teuer erkauft hat. Darum wollen wir ihm dann auch wirklich und bleibend gehören. Die folgende sind, das wir Gott dienen: „deshalb dient nun auch mit eurem Leib dem Ansehen Gottes in der Welt.“

Der amerikanische Theologe Ravi Zacharias hat auf dem Evangelistenkongress „Amsterdam 2000“ gesagt: „Es gibt fünf Evangelien: Matthäus, Markus, Lukas, Johannes und das Leben der Christen. Einige Leute lesen nie die ersten vier“. Unser Leben ist das Evangelium das die Menschen lesen. Helft ihnen, dass sie das ewige Glück finden.

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