Das Kleingedruckte

Liebe Gemeinde,

"Sie haben hunderttausend Euro gewonnen." Vielleicht lag solche ein Brief mit einem solchem Text auch schon einmal in ihrem Briefkasten. Doch wenn man darin das Kleingedruckte liest, dann sieht man, das man diese hunderttausend Euro erst noch gewinnen muss, wenn man an einer Kaffeefahrt oder Lotterie teilnimmt. So etwas nennt man eine Mogelpackung. Ist dieses Versprechen Gottes: "Berge mögen einstürzen und Hügel wanken, aber meine Liebe zu dir wird nie erschüttert, und mein Friedensbund mit dir wird niemals wanken. Das verspreche ich, der Herr, der dich liebt!" auch so eine Mogelpackung mit Kleingedruckten. Ich glaube nicht. In der Bibel gibt es nichts kleingedrucktes, aber wenn ich sie richtig verstehen will, sollte ich sie auch im Zusammenhang lesen. Über die Risiken der Anwendung der Bibel und des christlichen Glaubens fragen Sie ihren Religionslehrer oder Pfarrer.

Gottes Volk war ungehorsam und so hat es Gott gestraft. Das geht unserem Text voraus und hier nun lässt Gott uns in sein Herz blicken, er zeigt uns warum er Ungehorsam nicht so einfach durchgehen lässt: er liebt sein Volk und möchte es bei sich haben. Da Ungehorsam von Gott trennt, soll die Strafe dazu dienen, das das Volk zu Gott zurückfindet. Die Bibel redet von beidem, von der liebe Gottes und vom Zorn Gottes. Beides hat seinen Ort und seine Zeit. Das Volk Gottes hat den Zorn Gottes zu spüren bekommen. Er war die Folge des Ungehorsam gegenüber Gott. Einer der Absichten von Gottes Zorn liegt darin, dass die Menschen sich wieder ganz neu auf Gott und den Glauben an ihn besinnen. Dann hat die Strafe sein Ziel erreicht und die göttliche Liebe ist zur Erfüllung gekommen. In der jetzigen Zeit finden wir beides: die Passionszeit läuft auf Ostern zu. Es ist Zeit des Leidens und es folgt die Zeit der Freude. Hier in unserem Gottesdienst finden wir beides. In den einzelnen Punkten im Gottesdienst: Taufe, Tauftage und dem Abschiednehmen von Verstorbenen. Gottesdienst hilft uns in der Zeit des Leidens und in der Zeit der Freude. Lasst es mich an den einzelnen Ereignissen deutlich machen:

Bibelvers Taufe Psalm 121,7: Der Herr behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele.
Als Eltern wollt und könnt ihr für euer Kind sorgen. Solange das Kind bei euch ist, könnt ihr das. Wenn es von zuhause wegrennen würde, dann könntet ihr es nicht mehr. aber ihr würdet euch aufmachen und es suchen, um es finden. Das ist ein Bild für unser Verhältnis zu Gott. Wenn wir bei ihm bleiben, dann kann er für unser Leben sorgen und er behütet uns vor Schlechten. Vor allem aber sorgt er sich um unsere Seele, das ist unsere Person, die nach dem Tod einmal ewig leben wird. Hier geht seine Sorge dahin, dass wir diese zeit einmal in seiner Gemeinschaft verbringen werden. Ich habe das ganze mit einem Fallschirm bildlich dargestellt. Gott möchte uns zu einer sanften Landung verhelfen. Meinen wir aber, wir könnten es ohne Gott, dann ist es, wie wenn wir die Leinen des Fallschirms kappen würden und einen unsanften Sturflug Richtung Erde beginnen. Ich für meinen Teil, verlasse mich lieber auf den Fallschirm der Liebe Gottes. Der Schutz Gottes schließt nicht aus, das es auch schwere Zeiten geben wird, unser Text setzt ja voraus, das gerade eine schwere zeit überstanden wurde. Was der Text und der Taufspruch zusagt besteht darin, das wir uns auf Gott in allen Lebenslagen verlassen können. Die Frage ist, ob wir dieses Angebot auch in Anspruch nehmen. (Bild übergeben)

Erster Tauftag Psalm 36,10: Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht.
Wasser und Feuer sind Naturgewalten, wenn sie in einer Flut oder einem großen Feuer entfesselt sind, dann können wir ihm kaum etwas entgegensetzen. So war es bei der großen Flut zu den Zeiten von Noah, nur der Gehorsam von Noah und der Bau der Arche hat ihm und seiner das Leben gerettet. Das Wasser wird in der Taufe zum Zeichen und zur Quelle des Lebens. Der Gehorsam des Glaubens rettet uns vor der Strafe des ewigen Feuers und Gott schenkt uns schon für dieses Leben, das Licht, das wir brauchen. Licht und Wasser in dieser Kerze auf dem Bild vereint, soll uns an die Quelle und das Licht des Lebens erinnern. (Bild übergeben)

Nicht nur am Anfang des Lebens, wenn wir Kinder zur Taufe bringen, hat uns der Text etwas zu sagen, nein er trägt auch am Ende des Lebens, im Angesicht des Todes hindurch. Mit dem Vers aus Psalm 23 haben wir Abschied genommen. Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Erweidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Psalm 23, 1+2 Gott ist der gute Hirte, auf den wir uns verlassen können. Unser Text spricht uns das ganz deutlich zu: "Ich will dich wieder zu mir holen, denn ich liebe dich immer noch." Ein Hirte sorgt für seine Schafe und weiß, was ihnen gut tut. Und so kann es sein, das er sie manchmal auch in Richtung führt, in die sie nicht wollen. Erst im Nachhinein stellen sie fest, das es das beste für sei war. mit dem Bild werden wir daran erinnert, das Gott uns zu sich holen, bei uns haben will und das er uns wie ein Hirte liebt. (Bild übergeben)

Mit dem Psalm 38 haben wir gestern nach dem warum und wozu gefragt und in den beiden letzten Versen des Psalms Trost gefunden: Verlass mich nicht, HERR, mein Gott, sei nicht ferne von mir! Eile, mir beizustehen, HERR, du meine Hilfe! Psalm 38, 22+23 Den Bibelvers habe ich auch ins Bild gesetzt. Auf dem Bild sehen wir drohende Berge, so wie auch immer wieder Not gibt, so wie jetzt gerade traurig sind und die Berge des Schmerzes sich vor uns türmen. Aber auch hier hat unser Predigttext einen Hinweis: "Berge mögen einstürzen und Hügel wanken, aber meine Liebe zu dir wird nie erschüttert, und mein Friedensbund mit dir wird niemals wanken." Weil alle menschlichen Dinge keinen Bestand haben, sollten wir uns schon heute im Alltag unseres Lebens auf den christlichen Glauben besinnen. Obwohl die Bibel nicht kleingedruckt ist, fällt es uns immer wieder so schwer sie zu lesen. Obwohl sie keine Mogelpackung ist, zweifeln wir immer wieder daran, ob wir ihr vertrauen können. Mache ernst und nimmt Gott beim Wort. Wenn du jetzt traurig bist, dann schrei es in deinem Gebet heraus: "Verlass mich nicht, HERR" Wenn du dich von Gott verlassen füllst, dann schrei es heraus: "mein Gott, sei nicht ferne von mir" Wenn du Hilfe brauchst, dann trau dich, Gott darum zu bitten: "Eile, mir beizustehen, HERR" Und ich weiß es, dass du es dann erfahren wirst, was Gott versprochen hat und der Beter erfahren hat: "HERR, du meine Hilfe!" (Bild übergeben)

So kann ich es nur bestätigen: Die Bibel enthält nichts Kleingedrucktes und ist keine Mogelpackung. "Vergiss es nie, dass du lebst war keine eigene Idee" werden wir als Schlusslied des Gottesdienstes singen und durch dieses Lied wird das noch mal deutlich werden, das Gottes Liebe nur durch unser bewusstes Leben ohne Jesus oder "Jesus ist mir egal" gekündigt werden kann.

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