Aus der Nacht des Todes zum ewigen Leben

Liebe Gemeinde,

das ist die gute Weihnachtsbotschaft: Jesus kommt von Gott, aus seiner Welt her. Was wir über ihn zu sagen haben und was wir glauben, hat Gott selbst uns gegeben. Unser Glaube ist nicht auf menschliche Philosophie und Einfälle gegründet, sondern auf Gottes Zeugnis durch Jesus Christus an uns. Mit Jesus ist Gott Mensch für uns Menschen geworden.

Also keine Einbildung, sondern Geschenk von außen. Denn was uns das Kommen Christi bedeutet, können wir nicht machen. Alles, was in dieser Welt geschieht und entsteht, bleibt in dieser Welt. Es ist der Vergänglichkeit und Geschichte unterworfen. Gott aber, der Ewige kommt hinein in unsere Vergänglichkeit und Zeit. Er kommt in die Geschichte eines jeden Menschen. Er kommt menschlich. Für manchen vielleicht zu menschlich. Unter schlechtesten Bedingungen ist er als Kind zur Welt gekommen Bescheiden, arm und damit wirklich sehr menschlich.

Das ist das Besondere des gekommenen Gottes. Er ist glaubwürdiger Gott. Jesus bezeugt nicht, was er glaubt, sondern was er gesehen hat. Er "verkauft" uns keine philosophischen und religiösen Wahrheiten. Er hat auch keine Erkenntnisse und Weisheiten, die uns gut tun. Seine Botschaft kommt aus dem, was uns unzugänglich ist und bleibt. Er ist Augen- und Ohrenzeuge Gottes und seiner Welt. In ihm war ein tiefes inneres Wissen von Gott. Redet er, so redet Gott. Sein Wort ist Gottes Wort.

Das, was er von Gott wusste, hat er unter den Menschen gelebt. Das war in seiner Nähe zu spüren, zu hören und zu sehen. Wir müssen nicht zum Weihnachtsstern hinauffliegen und nicht mit der Engelschar in den Himmel emporsteigen. Stern und Engel weisen hinunter zur Erde und sagen: Seht doch, der Himmel ist zur Erde gekommen, Gott ist in die Welt gekommen.

Es ist befreiendes und erlösendes Wort. Es heilt und baut auf. Es nimmt an und bezieht ein. Zachäus kann vom Baum steigen, denn der lebendige Gott kehrt höchstpersönlich bei ihm ein. Gott ist gerade auch an denen gelegen, die aus welchen Gründen auch immer, außerhalb der Gesellschaft leben. Es liegt ihm denen, die gegen das Menschliche verstoßen. Es liegt ihm an den "verlorenen Schafen", die er aufsuchen und finden will. Er gibt keinen Menschen verloren. Er geht ihm nach bis in die entlegensten Winkel der Welt und Seele.

Es ist Jesu Verdienst, wenn wir seine Botschaft annehmen können. Er öffnet uns für das Evangelium und macht uns damit zu Zeugen des gekommenen und kommenden Gottes. "Wer Jesu Botschaft angenommen hat, bestätigt damit, dass das, was Gott sagt, wahr ist", heißt es in unserem Text.

Wer Jesus glaubt, hat das ewige Leben. Aber diesen Glauben schenkt uns Gott, wir können ihn uns nicht nehmen. Was wir tun können ist, offen für seine Botschaft zu sein. Dann, wenn sich die Stunde des Glaubens in unserem Leben ereignet, festzuhalten, was Gott uns ins Herz und Leben legt.

Offensein, ist noch nicht glauben. Es bedeutet aber, bereit zu sein anzunehmen und nicht von vornherein abzulehnen.

Wenn wir die Botschaft von Gottes Liebe und Kommen in Jesus nicht ablehnen, würde sehr viel Kraft und Gutes für unsere Welt und das eigene Leben entstehen. Wir würden dann tun, wie Gott uns geheißen hat: wir würden lieben, ohne je an ein Ende zu kommen. Der Frieden und die Gerechtigkeit, das Verzeihen und die Versöhnung, der Glaube und die Freude des Herzen würden sich in der Welt verbreiten.

Christus gebe uns die Kraft, ihm auch dann zu folgen, wenn noch viele Fragen offen sind. Er gebe uns die Kraft, das Wunder des Kommen Gottes zumindest in unserem Leben als Möglichkeit zu einem Neubeginn für uns gelten zu lassen. Den Glauben wird er uns zu seiner Zeit geben. Auch wenn wir nicht glauben können, so glaubt Gott an uns. Er will uns retten aus der Nacht des Todes zum ewigen Leben.

drucken