Alles Gute kommt von oben

Liebe Gemeinde, liebe Kinder,

wie ich Euch beim letzen Familiengottesdienst versprochen habe, darf heute (mein Rabe) Gabi predigen.
<b>Gabi:</b> Wird ja auch Zeit, darauf habe ich schließlich einige Monate gewartet.
<b>PredigerIn:</b> Nun mal langsam Gabi, hast du nicht zugehört, als ich den Predigttext vorlesen habe. Dort stand, das wir Gott für alles dankbar sein sollen. Sei du also auch dankbar, dass du heute hier predigen darfst.
<b>Gabi:</b> Du hast ja schon recht, deswegen habe ich heute auch eine Geschichte mitgebracht, in der deutlich wird, dass wir für alles dankbar sein können. Liebe Kinder, passt mal gut auf, was ich vor einiger Zeit erlebt habe:

Ich hatte mal wieder Langeweile und das kam mir die kleine Tanne ganz recht, um mit ihr ein Wettrennen, oder eigentlich muss es heißen, ein Wettfliegen zu machen. [2 Konfirmanden heben Bild 1 hoch] Das hat Spaß gemacht, denn eigentlich wusste ich schon vorher, dass ich gewinne. Denn Schnelllaufen ist nicht gerade die Stärke von kleinen vorwitzigen Tannen. Trotzdem jagt Fichtel fröhlich mit Gabi durch den Wald, vorbei an den großen Tannen, den Fichten, Kiefern und vielen anderen Bäumen. Das ausgemachte Ziel, die Lichtung, ist schon in Sicht.
<b>PredigerIn:</b> Gabi, findest du es nicht ein bisschen gemein mit Fichtel ein Wettrennen zu machen, wenn du schon von vorneherein weißt, dass er verlieren wird.
<b>Gabi:</b> Ö, wieso denn. Gewinnst du etwa nicht gern? Mit macht es Spaß zu gewinnen. Macht es euch nicht auch Spaß zu gewinnen, Kinder? [Kinder antworten lassen] Aber Kinder wir sind noch nicht am Ende Geschichte, schauen wir uns das zweite Bild an. [2 Konfirmanden heben Bild 2 hoch] Huch, was war das? Ich komme für einen Moment ins Trudeln. Ein herunterfallender Tannenzapfen hat mich – klack – genau auf meinen großen gelben Schnabel getroffen! Und so erreicht Fichtel zum aller ersten Mal als Erster das Ziel. Was meint ihr, war ich jetzt wohl sauer? [Kinder antworten lassen] Nein ich nahm es locker und gelacht und gerufen: »Alles Gute kommt von oben!« »Das heißt aber anders, Gabi«, keucht Fichtel, noch ganz außer Atem. »Alles Gute kommt von unten!« »Quatsch, alles Quatsch, das weiß doch jeder, dass alles Gute von oben kommt!«, habe ich gekichert. »Also sieh mal, Gabi, durch meine Wurzeln bekomme ich Essen und Trinken. Natürlich nur, wenn ich nicht gerade im Wald herumrenne! Mit den Wurzeln sauge ich Wasser aus dem Boden, und im Wasser ist alles, was ich brauche: Mineralien, Nährstoffe und so. Also: Alles Gute kommt von unten!« »Ha, und was ist mit den Insekten, die ich fresse?«, habe ich gerufen. »Die sauge ich nicht aus der Erde. Die fliegen vor mir her und – schwups! – habe ich sie im Schnabel! Da siehst du es, alles Gute kommt von oben!« Und so geht es hin und her.
<b>PredigerIn:</b> Was meint ihr Kinder, wer von den beiden recht hat, Fichtel, unsere kleine Tanne, oder Gabi, unser Rabe. [Kinder antworten lassen] Aber lassen wir einfach die Gabi weiterzählen.
<b>Gabi:</b> Ja, denn hat sich die Buche auf der Lichtung in unser Gespräch eingemischt [2 Konfirmanden heben Bild 3 hoch]: »Ich glaube, ihr habt beide Recht. Denn alles Gute kommt von Gott, dem Schöpfer des Waldes. Und der ist überall, über uns, unter uns, neben uns und um uns herum!« »Stimmt!«, habe ich da gerufen. »Ab und zu fliegen die Insekten, die besonders gut schmecken, um mich herum!« Die Buche lachte und erzählte weiter: »Manchmal sorgt der Schöpfer des Waldes auch ganz anders für euch. Erinnerst du dich an die letzte Trockenzeit, Fichtel?« »Und ob, ich war schon ganz ausgedörrt, meine Wurzeln bekamen nicht das winzigste Tröpfchen aus dem Boden. Gott sei Dank kam der Förster mit dem Spritzwagen, sonst wären wir kleinen Tannen alle vertrocknet.« »Und du, Gabi«, meinte die Buche, »bist als Baby aus dem Nest gefallen. Ein Mensch hat dich aufgehoben und großgezogen. Eigentlich können wir sagen: Alles Gute kommt von Gott!« »Und der Tannenzapfen?«, habe ich gerufen. »Der, der mir auf den Schnabel gefallen ist, kam der vielleicht auch von Gott, he?« »Wer weiß, wer weiß«, lächelt die Buche.
<b>PredigerIn:</b> Kinder, was meint ihr, kam auch der Tannenzapfen von Gott? [Kinder antworten] Alles kommt von Gott, auch der Tannenzapfen der Gabi auf den Schnabel gefallen ist. Alles dient zum Guten, auch wenn es zuerst nicht so aussieht und so können wir Gott für alles Danke sagen. Gabi erzähl uns doch mal, warum es gut war, das dir der Tannenzapfen auf den Schnabel gefallen ist und Fichtel gewonnen hat.
<b>Gabi:</b> Ja, seit das passiert ist, haben wir uns viel besser vertragen und sind die dicksten Freunde geworden.
<b>PredigerIn:</b> Seht ihr Kinder, das was am Anfang zu schlecht aussah, der Tannenzapfen und das Verlieren hat am Ende zu einer dicken Freundschaft geführt. Ist doch toll, wie alles von Gott kommt und uns zum Besten dient. Daran will uns auch eine Postkarte mit Samenkörnern erinnern, die ich am Ende des Gottesdienstes jedem mit auf den Weg geben möchte. Darauf steht ein Vers, der uns zeigt, das alles von Gott kommt, auch die Früchte auf dem Erntdankaltar, und wir ihm dankbar sein dürfen: "Gottes Liebe ist wie die Sonne, und es geht kein Mensch über die Erde, den Gott nicht liebt." Lass dich von Gottes Sonne wärmen und sag ihm danke!

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