Aber weil du es sagst

Liebe Gemeinde!

Mit diesem Text kommen wir heute nicht so schnell klar. Das Jesus gepredigt hat, das ist ok, das er es von einem Boot ausgemacht hat, dagegen ist auch nichts einzuwenden. Das hat die Leute angezogen und viele zusammen gekommen. So zu sagen ist der christliche Glaube auf weite Strecken hin logisch und einsichtig, warum es besser ist, nach den Geboten von Jesus zu Leben. Die Logik und die Einsicht die hört dann ab er bei den meisten dort auf, an der die ganze Sache mit dem Glauben persönlich wird und wir auf die Anordnungen von Jesus hören sollen. Denn was nach der Predigt kommt, mitten am Tag anzuordnen, die Netze auszuwerfen, wenn die Fische sich vor der Hitze der Sonne ins tiefere Wasser verziehen, das war doch zuviel. Das hätte Petrus als erfahrener Fischer doch widersprechen müssen und einen besseren Vorschlag machen müssen. Wenn Petrus das machen und hier sagen würde: „aber weil ich es sage“, dann wäre alles in Butter und wir könnten weiterleben wie bisher. Aber Petrus sagt hier: „Aber weil du es sagst“ und lässt sich hier von Jesu etwas sagen. Er wechselt von der logischen zur persönlichen Ebene.

Und damit sind wir bei unserem Problem. Wollen wir uns noch was sagen lassen. Die Kinder tun sich schwer, sich von den Eltern, die Schüler von den Lehrern, die Arbeitnehmer vom Chef und so könnte ich fortfahren, etwas sagen zu lassen.
Sind wir bereit, uns von Jesus etwas sagen zu lassen?

Das ist es, was Petrus von den vielen heraushebt. Und das ist auch heute morgen die Frage: viele sind in den Gottesdienst gekommen, schön das ihr da seid. Ob der Gottesdienst für dich und dein Leben entscheidend wir, das hängt davon ab, ob du bereit bist auf Jesus zu hören und das, was er sagt, zu tun. Sich von Jesus etwas sagen lassen hat in der Kirche unterschiedliche Namen gefunden: Glauben und Nachfolge, Gehorsam und Vertrauen.

Am Ende des Gottesdienstes werden wir das Lied „Jesus dir nach“ weil du rufst singen. Ich will ein paar Gedanken zu den einzelnen Strophen sagen, weil sie sehr schön zeigen, was es heißt auf Jesu Worte zu hören. Schlagt das Lied in „Feiert Jesus“ unter der Nummer 235 ruhig auf und lest mit:

„Du gibst mir Mut und Kraft zum Aufbruch, muss mir nicht selber im Wege steh. Will Altes, was mich festhält lassen und dir gehorsam sein und gehen.“

Petrus ist sich manchmal selber im Weg gestanden. Doch Jesus hat hier durch seinen Auftrag Kraft und Mut gegeben. Das kann für uns heute ein Bibelwort sein, das in unsere Lage hinein spricht und uns zeigt, wie es weitergehen kann.
„Will alles nur von dir erwarten, denn nur was du gibst, ist auch gut für mich. Will mich nicht mehr an Wünsche klammern, vertrauen will ich ganz auf dich.“

Wenn wir den Petrus gefragt hätten, was für Wünsche er hat, dann hätte er sicher gesagt: ich will meinen kleinen Fischereibetrieb ausbauen, auf sicher Füße stellen und dafür sorgen, das ich meine Familie ernähren kann. Und er hätte Jesus vorschlagen können: „Hey Jesus, wir machen einen Deal, ich glaub ein bisschen an dich und du sorgst dafür, das meine Netze immer voll Fische sind“ Hört sich gut an, der Fehler ist nur, das Jesus ganz andere Pläne hat. Wenn Petrus weiter Fisch-Mäcs verkauft hatte, dann würde heute keiner mehr von reden, weil er Jesus gehorsam war, hat er dazu gebraucht, das er vielen Menschen zum Segen geworden ist.

„Will Lasten, die du auflädst tragen. auch ohne Anerkennung fröhlich sein. Hast mir die Last der Schuld genommen, bin froh und reich in dir allein.“

Jesus sagt nicht zu Petrus, geht mit mir und dann sind alle deine Probleme weggeblasen, sondern er fordert ihn auf, ihm nachzufolgen. Das Problem seiner Schuld wird er los, aber neue Probleme werden auf ihn zu kommen. Doch wenn wir es ganz kaufmännisch sehen: der Glaube bringt mehr als er kostet. Wer sich auf den Glauben an Jesus Christus einlässt, der hat am Ende eine positive Bilanz. Doch um das zu erfahren, musst du deine Distanz aufgeben und dich auf Jesus einlassen.

„Dir nach, das heißt auch mit dir leiden, als Zeugen sind wir in die Welt gestellt, Doch wird von dir, dem Licht des Lebens auch jede Dunkelheit erhellt.“

„Aber weil du es sagst“ das ist der Beginn von Glaube und Nachfolge und hier kommen wir zum zweiten, es ist auch er Beginn davon, das ich das was Jesus sagt, andere weitersagen:
Das liegt in dem begründet, was Jesus zu Petrus sagt: «Fürchte dich nicht! Du wirst jetzt keine Fische mehr fangen, sondern Menschen für mich gewinnen.»
Hier heißt es nicht, das wir die Menschen umgarnen sollen, das machen die Sekten und religiösen Sondergemeinschaften. Aber wie können wir das unterscheiden?

Solche Gemeinschaften erkennen wir an zwei Merkmalen:
Sie sagen, zu deiner Rettung brauchst du noch etwas über die Bibel und Jesus hinaus.
Sie sagen, wir sind die einzigen die recht haben und nur bei uns wirst du gerettet.

Wir dagegen sind aufgerufen, die Menschen auf Jesus hinzuweisen, sie an der Hand zu nehmen und sie zu ihm zu führen, damit sie hören, was Jesus sagt und auch einstimmen können in das: „Aber weil du es sagst.“ Jesus und die Bibel allein genügt und wir können es auch ertragen, das Menschen aus anderen Kirchen, die an Jesus glauben, in den Himmel kommen.

Wie können wir das tun? Menschen für Jesus gewinnen heißt sein Herz an die Angel zu hängen. Zuerst heißt das, das wir selber das tun, was Jesus uns sagt. Und dann dürfen wir andere unserem Leben und unserem Glauben teilhaben lassen. Das Jahr 2003 ist das Jahr mit der Bibel. Doch oft sind wir Christen die einzige Bibel, die die Menschen heute noch lesen.

Da kann ich jetzt sagen, der „Schuh ist mir zu groß“, das will ich nicht oder ich kann in den Ruf des Petrus einstimmen: „Aber weil du es sagst.“

Denn wenn wir uns in dieser Weise aufmachen, sind wir nicht allein, sondern wir sind hineingestellt in die Gemeinschaft mit anderen Christen und ihn die Gemeinschaft mit Jesus. Wie heißt es am Ende des Predigttextes: „Sie brachten die Boote an Land, verließen alles und gingen mit Jesus.“

Diese Gemeinschaft mit Jesus und sein Mitgehen auf unserem Weg können wir auch heute noch ganz praktisch und anschaulich erfahren. Nachher wenn wir miteinander Abendmahl feiern, begegnen wir in Brot und Wein dem gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus. Das wollen wir nachher ganz praktisch miteinander tun, auch das Abendmahl feiern wir, weil Jesus es uns sagt.

Hier heißt es „sie gingen mit Jesus“, Petrus ging nicht allein, sondern es waren die mitgingen und gemeinsam Jesus nachfolgten. Christ sein ist keine Einzel- sondern eine Mannschaftssportart. Darum feiern wir sonntags miteinander Gottesdienst, darum treffen wir uns im Gebetskreis zum Gebet, in den Hauskreisen zum Bibellesen und bei den Festen und Gemeindesonntagen zum geselligen Beisammensein.

Persönlich annehmen, was Jesus sagt, anderen davon weitererzählen und es miteinander in der Gemeinschaft praktizieren, als das steckt in dem: „Aber weil du es sagst.“

drucken