Suchen und Finden

Liebe Gemeinde,

heute wollen wir den Predigttext mit zwei Egli-Figuren ins Bild setzen (2 Konfirmanden): nach 40 Tagen Fasten: Jesus ist erschöpft und liegt auf dem Boden.

Versuchung 1:
Teufel tritt auf Jesus zu (selbstbewusst)
Jesus richtet sich halb auf

Versuchung 2:
Taufe führt Jesus auf den Tempel (Altarrand)
Teufel deutet am Altarrand hinunter
Jesus macht eine abwehrende Bewegung

Versuchung 3:
Teufel deutet auf sich
Jesus deutet in den Himmel auf Gott

Ist Treue wirklich so wichtig, es gibt doch das Sprichwort: „Einmal ist keinmal.“ Stimmt das wirklich, schauen wir ns dieses Sprichwort einmal unter drei Aspekten an: Unter mathematischen: wenn ich hier sagen würde, ist doch egal ob eins oder null, dann käme die ganze Rechnerei durcheinander und 1 plus 1 würde null geben. Sprichwort durchgefallen. Unter technischen: der Computer funktioniert, indem er mit lauter Nullen und Einsen rechnet, wenn er diese nicht unterscheiden könnte, würde er nicht funktionieren. Sprichwort durchgefallen. Unter praktischen: es ist doch egal, ob nach dem Gottesdienst kein oder ein Mittagessen daheim auf dem Tisch steht, findest du nicht. Ich finde es nicht so, Sprichwort durchgefallen. Mit der Treue zu Gott steht und fällt der Glaube, darum steht die Versuchungsgeschichte am Anfang der Verkündigung Jesu. Hier zeigt er uns, worauf es der Teufel abgesehen hat und wie wir ihm in Jesu Namen Paroli bieten können. Das Motto vom Jahr der Bibel ist „Suchen und finden.“ Das Suchen hat das Ziel zu finden. Was ist der Unterschied zu versuchen. Der Kern der Versuchung besteht darin, das ich immer etwas Besseres finden, als ich schon gefunden habe. Sie nutzt unsere Unzufriedenheit ohne uns aber zufrieden zu machen.

Was sind die drei Versuchungen heute? Die erste Versuchung richtet sich an unser Selbstwertgefühl: du hast dein Leben in Griff, du kannst es, für was brauchst du Gott? Wenn du nur dein Leben und die Mitmenschen ihres im Griff haben, dann wird es klappen. Wirklich? Versuchung Nr. 1: wenn es allen gut geht, wenn alle genug haben, dann wird die Welt von allein friedlich Aber: In einer Welt, die von Gott nichts wissen will, wird es keinen Frieden geben. Der Mensch lebt nicht nur dem was er hat, ohne Hoffnung auf Gott ist er ohne Zukunft. Was setzt Jesus der Versuchung entgegen: Wir bekommen unser Selbstwertgefühl nicht aus dem was wir leisten oder was wir haben, sondern davon, das wir Gottes Geschöpfe sind, die durch Jesus Christus zu seinen geliebten Kindern werden. Wer das weiß, der weiß dass er Gott braucht. Selbst wenn er eine absolute Null ist, Gott ist die eins und wenn er die eins an die erste Stelle setzt, dann wird die Null zur zehn. Suche die Eins Gottes, denn sie wird dein Leben um eine Zehnerpotenz wertvoller machen, denn Gott hat versprochen, das du sie findest.

Die zweite Versuchung richtet sich an unseren Glauben, der muss doch so groß sein, dass wir Wunder vollbringen können. Wir brauchen nicht erwarten, das wir jeden Tag so viele Wunder erleben wie Abraham in hundert Jahren, das eigentliche Wunder ist, das wir jeden Tag im Alltag treu unseren Glauben leben. Nicht der hat den großen Glauben, der ihn groß mit seinen Erfahrungen heraus Posaunt, sondern der der ihn still und treu jeden Tag lebt. Versuchung Nr. 2: Wenn wir uns genug anstrengen, von Gottes Wundern erzählen und Wunder von Gott erwarten, dann werden viele an ihn Glauben. Wirklich? Wunder stärken unseren Glauben, aber sie wecken keinen Glauben. Darum dürfen wir von Gott Wunder erwarten, und wenn es das Wunder ist diesen Tag mit seiner Hilfe durchzustehen. Was setzt Jesus der Versuchung entgegen? Unser leben besteht aus Höhepunkten und Tiefpunkten. Mit den Höhepunkten mit den Einsen in unserem Leben kommen wir zumeist selber klar. Gott will uns die Kraft geben, auch mit unseren Tiefpunkten, mit unseren Nullen zu recht zu kommen. Hier ist der christliche Glaube ganz realistisch, wenn er uns im Leben mit allen seinen Erfolgen und Misserfolgen begleitet. Suche die Nähe Gottes, sei es in Erfolg oder Misserfolg und du wirst spüren, wie er dir für dein Leben Kraft gilbt.

Die dritte Versuchung richtet sich an unsere Vorliebe nach oben zu kommen. Wenn wir bestimmen können, dann müsste es doch gut werden und merken gar nicht wie das Sterben nach Macht uns beherrscht. Anstelle von macht können hier auch ganz andere Begriffe stehen, wie Gesundheit. Mit wie viel Mittel wird nicht versucht, die Gesundheit zu erhalten oder wieder zu gewinnen Versuchung Nr. 3: Es kommt auf den Erfolg an, nicht wie zu ihm komme. Was mich gesund macht, kann doch nicht schlecht sein. Nicht alles was hilft, führt auch am Ende zu Gottes gutem Ziel Was setzt Jesus der Versuchung entgegen? Im Himmel, beim großen Festmahl, wenn wir einmal in der Gemeinschaft mit Gott leben werden, dort wird es ein herrliches Essen geben. Ja da wird es dann auch keine Nullen und Misserfolge mehr geben. Das soll uns nicht vertrösten, aber es hilft uns dem Irrsinn entgegen zu wirken, den Erfolg um jeden Preis zu suchen. Suche dagegen Gottes Willen und Ziel für dein Leben, du wirst zwar nicht immer Erfolg finden, aber Erfüllung.

Ich möchte euch den Satz mitgeben, der mich in dieser Geschichte am meisten anspricht: ‚Vom Brot allein kann niemand leben. Leben kann nur, wer Gottes Wort aufnimmt und befolgt!‘

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