Remplacement

Liebe Gemeinde,
in den Zeiten, als Napoleon Europa beherrschte, da gab es die Einrichtung eines remplacement, übersetzt: Vertretung oder Ersatz. Das bedeutete, wenn ein junger Mann zum Kriegdienst einberufen wurde, so konnte er einen Ersatzmann herbeibringen, der an seiner Stelle den Dienst übernahm.

Der Junge eines reichen Landwirtes hatte einen solchen Eratzmann gefunden, der für ihn den Dienst in der Armee übernahm. Und als es dann zu kriegerischen Auseinandersetzungen kam, da fiel dieser Ersatzmann im Kampf in Spanien.

Ein oder zwei Jahre später, da wollte das Militär den Sohn des reichen Landwirtes erneut zum Dienst an der Waffe einberufen. Doch der junge Mann machte sein Recht geltend, dass er in jenem Ersatzmann bereits für Frankreich gedient habe und sein Leben fürs Vaterland geopfert habe. – Der Richter des Militärgerichtes gab dem jungen Sohn des reichen Landwirtes Recht.

So ein remplacement ist für uns heute kaum nachvollziehbar. Ist es für uns überhaupt vorstellbar, dass wir uns für einen anderen Menschen im Kriegsdienst opfern? Oder gibt es vielleicht für eine jede und jeden von uns einen Ersatzmann, der bereit ist für uns seinen Kopf hinzuhalten?

Hören wir dazu den heutigen Predigttext aus dem Brief des Paulus an die Röm 6, 3 – 11:

[TEXT]

Remplacement – übertragen auf unseren Predigttext bedeutet das, dass die Taufe zu Jesu Tod und Auferstehung parallel gesehen wird. Jesus ist unser Ersatzmann! – Ihm gegenüber sind wir als Christen verpflichtet unser Leben auf ihn auszurichten und ihm dieses zu geben. Denn er ist für unsere Sünden eingesprungen. Wir sind frei.

Mit der Taufe ist gleichsam das alte Leben in Sünde und Gottesferne zu Ende.

So wie Jesus nicht im Tod blieb, sondern auferweckt wurde, so gilt es für eine jede und jeden von uns, die wir getauft sind, nun anders zu leben als vorher.

Liebe Gemeinde, wir müssen uns darüber im Klaren sein, was mit uns geschieht, wenn wir getauft werden. Wir alle, die wir in Jesus Christus hinein getauft wurden, sind damit in seinen Tod hineingetauft, ja hineingetaucht worden.

Der Mensch, der getauft wird, wird verwandelt. Äußerlich geschieht nichts weiter, als das der Täufling mit fließendem Wasser berührt wird und über ihm der Name des dreieinigen Gottes gesprochen wird. Das Wasser begräbt den alten Menschen, er ist gestorben.

Wir können zwar die Sünde nicht ein für allemal überwinden, aber doch aufhören, ihr zu dienen. Ja, Jesus Christus ist unser Ersatzmann! – Ihm gegenüber sind wir als Christen verpflichtet unser Leben auf ihn auszurichten, und ihm dies zu geben. Denn er ist für unsere Sünden eingesprungen. Wir sind frei.

Wir gehören zu Jesus Christus, der durch seinen Tod die Macht der Sünde gebrochen hat. Christus lebt nun ganz in Gottes Welt.

Wir können es kaum fassen, was in uns vorgeht, wenn Gott uns zum Glauben bringt. Das ist und bleibt ein Geheimnis Gottes.

Paulus sieht den Vorgang der Verwandlung im Sterben und in der Auferstehung Jesu sinnbildlich dargestellt.

Durch Jesu Tod am Kreuz für uns Sünder sterben alle Sünder mit, die an ihn glauben. Und an Jesu Auferstehung haben alle teil, die sich an den Auferstandenen hängen. Jesus Christus nimmt uns als Mitauferstandene in sein neues Leben mit hinein. Dieses neue Leben zeigt eine überraschende Übereinstimmung mit dem Leben Jesu.

Was mit Jesus geschieht, das geschieht auch mit uns. Wenn er gestorben ist, dann sterben wir auch. Wenn er die Auferstehung erlebte, so erleben wir diese auch. Denn Jesus Christus hat nichts, aber auch rein gar nichts für sich getan, er hat alles für uns getan.

Als wir getauft wurden, vor 20, 30 oder 50 Jahren und noch früher, da ist etwas mit uns geschehen. Da sind wir mit Jesus Christus zusammen in einen Boden gepflanzt worden. Sein Weizenkorn ist gestorben, wir sind auch gestorben und sterben alle Tage.

Die Gefahr allerdings, in der wir Christen leben, ist die, dass wir mal „hoch Himmel jauchend“ sind und ein anderes Mal zu Tode betrübt sind. Mal sind wir Feuer und Flamme für Jesus und dann wieder erlischt alles. Wer von uns kennt das nicht?

Daran erinnert uns Paulus. Er aber spricht von der Taufe und von neuem Leben in Jesus Christus. Unser christlicher Glaube ist also keine Ideologie, sonder er ist etwas ganz persönliches von einer Jeden und Jedem heute Morgen hier in unserem Gottesdienst.

Für uns bedeutet Glaube, sich einlassen auf das, was Jesus sagt. Seiner Botschaft Raum geben in unserem eigenen Leben und einzutreten in die Gemeinschaft mit Jesus Christus.

Unser Leben, liebe Gemeinde, hat in der Taufe die Richtung auf Gott hingenommen. Was an Christus geschah, das geschieht auch an uns.

So wie Jesus nicht im Tod blieb, sondern auferweckt wurde, so gilt es für eine jede und jeden von uns, die wir getauft sind, nun anders zu leben als vorher.

Jesus gegenüber sind wir als Christen verpflichtet unser Leben auf ihn auszurichten und ihm dieses zu geben. Denn er ist für unsere Sünden eingesprungen. Wir sind frei!

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