Modenschau?

Liebe Gemeinde,

den heutigen Predigttext haben wir bereits in der Epistel gehört. Es ist ein Text, der beim ersten Hinhören uns zunächst ein seltsames Bild vermittelt. Wir hören vom Ablegen des alten Menschen und vom Anziehen des neuen Menschen.

Unwillkürlich ruft das Gehörte Gedanken-verknüpfungen bei uns hervor. Wir denken an Modenschauen, an Ausgehkleidung, Berufskleidung, vielleicht an Uniformen und die Kinder an Verkleidungen, die sie beim Theaterspielen in der Schule anziehen um in eine ganz bestimmte Rolle zu schlüpfen.

Und wer von uns kennt nicht die vielen Märchen, in denen die Bekleidung eine wichtige Rolle inne hat; ich denke hier an Aschenputtel, um nur ein Beispiel zu nennen. Das Kleid oder der Schuh weist die wahre Prinzessin aus. Ohne diese Bekleidung verliert sie ihre königliche Würde und wird zur armen Magd.

Warum sollen wir den alten Menschen ausziehen bzw. ablegen und den neuen Menschen anziehen?

Ich denke, in unserem Predigttext geht es nicht um Modenschauen und um Maskeraden.

[TEXT]Liebe Gemeinde, lassen sie uns einfach mal diese Gegenüberstellung des alten und des neuen Menschen, der leben kann, in unser Bewusstsein kommen. Dann wird uns sehr schnell klar, diesen alten Menschen abzulegen und den neuen Menschen anzuziehen.

Wie aber sollen diese Wandlung und diese Erneuerung vonstatten gehen?

Es fällt auf, dass der neue Menschen, den Gott nach seinem Bild geschaffen hat gerecht und heilig aus der Wahrheit Gottes lebt.

Wie aber sollen diese Wandlung und diese Erneuerung vonstatten gehen? Diese Wandlung und diese Erneuerung, so denke ich, liebe Gemeinde, geschieht durch die Taufe.

Auch wir wurden getauft. Viele von uns schon als Säuglinge. Und am Tage unserer Konfirmation da haben wir, weil wir uns überhaupt nicht mehr an unsere Taufe erinnern konnten, uns mit dem Bekenntnis unseres Glaubens zu unserer Taufe bekannt.

Mit der Taufe ist gleichsam das alte Leben in Sünde und Gottesferne zu Ende.

So wie Jesus nicht im Tod blieb, sondern auferweckt wurde, so gilt es für eine jede und jeden von uns, die wir getauft sind, nun anders zu leben als vorher.

Liebe Gemeinde, wir müssen uns darüber im Klaren sein, was mit uns geschieht, wenn wir getauft werden. Wir alle, die wir in Jesus Christus hinein getauft wurden, sind damit in seinen Tod hineingetauft, ja hineingetaucht worden.

Wir haben den neuen Menschen angezogen, ja, wir wollen Menschen sein, die im Glauben mit Gott leben und haben gleichzeitig den alten Menschen abgelegt.

Der Mensch, der getauft wird, wird verwandelt. Äußerlich geschieht nichts weiter, als das der Täufling mit fließendem Wasser berührt wird und über ihm der Name des dreieinigen Gottes gesprochen wird. Das Wasser begräbt den alten Menschen, er ist gestorben.

Wir können zwar die Sünde nicht ein für allemal überwinden, aber doch aufhören, ihr zu dienen.

Unser Leben, liebe Gemeinde, hat in der Taufe die Richtung auf Gott hingenommen. Was an Christus geschah, das geschieht auch an uns. So wie Jesus nicht im Tod blieb, sondern auferweckt wurde, so gilt es für eine jede und jeden von uns, die wir getauft sind, nun anders zu leben als vorher.

Die Sünde, die können wir zwar nicht ein für allemal überwinden, aber wir können aufhören, ihr zu dienen.

Wendet euch nicht ab von Gott. Durch unsere Gedanken, unseren Beruf und auch im Umgang mit anderen Menschen neigen wir sehr schnell dazu Gott außen vor zu lassen, ja, ihn auszuklammern. Gott aber hat uns in seiner unendlichen Liebe eingeklammert und er entlässt uns nicht aus dieser Klammer. Daran, liebe Gemeinde, sollen wir uns immer gegenseitig erinnern.

Wir haben den neuen Menschen angezogen, ja, wir wollen Menschen sein, die im Glauben mit Gott leben und haben gleichzeitig den alten Menschen abgelegt.

Für uns hat dies eine ganz praktische Wirkung. Eine jede und jeder von uns ist von Gott aufgefordert Jesus Christus anzuziehen. Gott will aus uns Menschen neue Menschen nach der Art und Weise von Jesus machen. Ja, Gott kann das, wenn wir uns dies gefallen lassen. Und dann werden wir zu Menschen Gottes.

Das Ergebnis beschreibt Paulus so: Versündigt euch nicht, wenn ihr in Zorn geratet! Versöhnt euch wieder und lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen.

Wer vom Diebstahl gelebt hat, muss jetzt damit aufhören. Er soll seinen Lebensunterhalt durch eigene Arbeit verdienen und zusehen, dass er auch noch etwas für die Armen übrig hat.

Lasst ja kein giftiges Wort über eure Lippen kommen! Seht lieber zu, dass ihr für die anderen, wo es nötig ist, ein gutes Wort habt, das weiterhilft und denen wohl tut, die es hören.

Weg also mit aller Verbitterung, mit Aufbrausen, Zorn und jeder Art von Beleidigung! Schreit einander nicht an! Legt jede feindselige Gesinnung ab!/p>

Seid freundlich und hilfsbereit zueinander und vergebt euch gegenseitig, was ihr einander angetan habt, so wie Gott euch durch Christus vergeben hat, was ihr ihm angetan habt.

Als solche neuen Menschen sind wir dazu aufgerufen miteinander so zu leben. Ja, als Menschen, die bereit sind, offen und ehrlich miteinander zu reden und die auch dazu bereit sind nach einem heftigen Streit sich wieder die Hand zur Versöhnung zu reichen.
Hieran müssen wir immer wieder erinnert werden, weil wir ja so vergesslich sind. Hin und wieder werden wir dann bedingt durch unsere Vergesslichkeit unserer Nächsten und unserem Nächsten gegenüber schuldig, weil wir in solchen Situationen die gegenseitige Gemeinschaft der neuen Menschen versagen.

Und dann werden wir auch an Gott schuldig, weil wir ihm den Glauben und das Leben der neuen Menschen nach seinem Willen vorenthalten. Ich denke, wir sind darauf angewiesen, dass wir uns gegenseitig vergeben. Und wir sind auch darauf angewiesen, dass Gott uns durch Jesus Christus vergeben hat und uns immer wieder vergeben will.

Deshalb, liebe Gemeinde, seid freundlich und hilfsbereit zueinander und vergebt euch gegenseitig, was ihr einander angetan habt, so wie Gott euch durch Christus vergeben hat.

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