Lebensmittel

Liebe Gemeinde,

Gott hat unserem Körper mit der darin wohnenden Person geschaffen, Beides gehört zusammen und doch hat jedes davon unterschiedliche Bedürfnisse, aber auch Gemeinsamkeiten. Damit wir sinnvoll leben, muss beides ernährt werden:

Der Körper mit dem Brot der Erde, aus dem er geformt worden ist. Das ist das Lebensmittel für unserem Körper. Die Person mit dem Brot des Himmels aus dem sie gekommen ist. Das ist Gottes Wort und das Lebensmittel für unsere Person.

Diesen Unterschied macht Jesus hier und greift ein Beispiel aus der Wüstenzeit des Volkes Israel heraus. Das Volk Israel wurde von Gott aus der Sklaverei in Ägypten befreit. Es war unterwegs in das gelobte Land, das Gott versprochen hat. Dazwischen befand sich die Wüste mit ihren mannigfaltigen Gefahren und Problemen. Doch auch hier war Gott mit dabei und hat ihm immer wieder geholfen. Zum Beispiel mit der täglichen Nahrung, das ist das Manna, welches Jesus hier als Vergleich verwendet. Das Manna, das Brot in der Wüste, stillte nur ein einziges, bestimmtes Bedürfnis. Es ermöglichte für eine begrenzte Zeit das körperliche Überleben. Allmählich wurde es den Israeliten sogar zuwider, und schließlich starben sie. (Exkurs Manna: Die Nahrung, die das Volk Israel auf seiner 40jährigen Wanderung in der Wüste über längere Zeit zu sich nahm Es wird beschrieben als rund und klein wie Reif auf der Erde und hatte einen Geschmack wie Semmel mit Honig Es war anzusehen wie Bedolachharz. Und das Volk lief hin und her und sammelte und zerrieb es mit Mühlen oder zerstieß es mit Mörsern und kochte es in Töpfen und machte sich Kuchen daraus; und es hatte einen Geschmack wie Ölkuchen. Manna erschien erstmalig in der Wüste Sinai, als die Israeliten sich bei Mose und Aaron beschwerten, dass sie nicht genug Nahrung hätten. Gott versorgte sie daraufhin mit Manna und gebot ihnen, die benötigte Menge täglich zu sammeln. Am 6. Wochentag sollten sie eine doppelte Portion für den Sabbat nehmen. Der Verzehr von M. hat bis zur Ankunft an den Grenzen Kanaans angehalten.) Das Manna konnte kein ewiges Leben geben.

Unser Leben als Christ können wir mit der Wüstenzeit des Volkes Israel vergleichen. Gott hat uns durch den Tod seines Sohnes am Kreuz aus der Sklaverei der Sünde befreit. Gerade befinden wir uns auf dem Weg durch die Wüste des Lebens, mit ihren mannigfaltigen Problemen und Gefahren. Hier steht uns Gott und hilft uns, das wir das Ziel, den Himmel, das ewige Leben bei Gott nicht aus den Augen verlieren.

Dieses ganz praktische und alltägliche Beispiel, dass Gott unseren Körper mit dem täglichen Brot versorgt, setzt er die Bedürfnisse und Nahrung für unsere Person entgegen. Jesus ist ein anderes Brot. Er ist vom Himmel und bringt das Leben. Wer von diesem Brot isst, wird nicht sterben. Das meint Jesus, wenn er sagt: "Ich bin das Brot des Lebens".

Hier haben die aufgehorcht, die getrieben waren von der Sehnsucht nach echtem Leben, die schon alles probiert haben: Lebenskonzepte, Ideologien, Philosophien, Kulte. (heutige Beispiele) Ihr Hunger war geblieben, bis sie den trafen, der den Hunger stillen konnte, Ja Jesus ist für uns so wichtig wie das tägliche Brot, ja er ist mehr, er kann das ewige Leben geben. Was bedeutet es aber nun genau, Jesus, das lebendige Brot, zu essen? Hier können wir eine doppelte Bedeutung finden:

1) Das "Essen" des lebendigen Brotes ist eine Redefigur, die, wie die anderen Bilder: zu Jesus kommen, auf Jesus zu hören und Jesus sehen – einfach bedeutet, an Jesus zu glauben. Von diesem Brot zu essen, heißt, ewig zu leben. Jesu Aussage über das Brot des Lebens wird noch weiter ausgeführt: nicht nur der Vater gibt das Brot (Jesus), sondern auch Jesus selbst gibt es an die Menschen weiter. Dieses Brot ist mein Fleisch, das ich geben werde für das Leben der Welt. Der Opfertod des Lammes Gottes bringt die Rettung. Durch Jesu Tod am Kreuz gewann die Welt das Leben.

2) Abendmahl. Hier deutet Jesus ja das Brot auf seinen leib. So wie das Brot des Abendmahls gebrochen wird, so wird sein Leib am Kreuz gebrochen. Indem wir das Abendmahl feiern, vergewissern wir uns dieses Geschehen und essen das Brot vom Himmel.

Wir sehen also, das das tägliche Brot und das Brot vom Himmel zwei verschiedene Sachen sind. Und doch gehören sie zusammen, wie die Geschichte "Wir sind eingeladen" zeigt: An der Jakobstraße in Paris liegt ein Bäckerladen, da kaufen viele hundert Menschen ihr Brot. Der Besitzer ist ein guter Bäcker. Aber nicht nur deshalb kaufen die Leute des Viertels dort gern ihr Brot. Noch mehr zieht der Bäcker sie an: der Vater des jungen Bäckers. Meistens ist nämlich der alte Bäcker im Laden und verkauft. Der alte Bäcker weiß, dass man Brot nicht nur zum Sattessen braucht. Und gerade das gefällt den Leuten. Manche erfahren das zum ersten Mal beim Bäcker an der Jakobstrasse; zum Beispiel der Autobusfahrer Gerard, der einmal zufällig in den Brotladen an der Jakobstraße kam. »Sie sehen bedrückt aus«, sagte der alte Bäcker zum Busfahrer. »Ich habe Angst um meine kleine Tochter«, antwortete der Busfahrer Gerard. -Sie ist gestern aus dem Fenster gefallen, vom 2. Stock!« – »Wie alt?« fragte der Bäcker. »Vier Jahre,«, antwortete Gerard. Da nahm der alte Bäcker ein Stück vom Brot, das auf dem Ladentisch lag, brach zwei Bissen ab und gab das eine Stück dem Busfahrer. »Essen Sie mit mir«, sagte der alte Bäcker zu Gerard, »Ich will an Sie und Ihre kleine Tochter denken.« Der Busfahrer hatte so etwas noch nie erlebt, aber er verstand sofort, was der alte Bäcker meinte, als er ihm das Stück Brot in die Hand gab. Und sie aßen beide ihr Stück und schwiegen und dachten an das Kind im Krankenhaus. Zuerst war der Busfahrer mit dem alten Bäcker allein. Dann kam eine Frau herein. Sie hatte auf dem nahen Markt zwei Tüten Milch geholt und wollte nun eben noch ein Brot kaufen. Bevor sie ihren Wunsch sagen konnte, gab ihr der alte Bäcker ein kleines Stück Weißbrot in die Hand und sagte: »Kommen Sie, essen Sie mit uns: Die Tochter dieses Herrn liegt schwer verletzt im Krankenhaus, sie ist aus dem Fenster gestürzt. Vier Jahre ist das Kind. Der Vater soll wissen, dass wir ihn nicht allein lassen.« Und die Frau nahm das Stückchen Brot und aß mit den beiden.

Fassen wir es am Schluss zusammen: Hier kündigt Jesus seinen stellvertretenden Erlösungstod am Kreuz an, der der ganzen Weit das ewige Leben verschaffen kann und das göttliche »Brot des Lebens« ist. Er ist das lebensmittel, das unsere Person sattmacht und auf dem Weg in den Himmel stärkt. 6:51 "Ich bin dieses Brot, das von Gott gekommen ist und euch das Leben gibt. Jeder, der dieses Brot isst, wird ewig leben. Und dieses Brot ist mein Leib, den ich hingeben werde, damit die Welt leben kann."

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