Gottes Wort wirkt

Liebe Gemeinde,

unser Leben ist ein Weg, den wir von unserer Zeugung bis zu unserem Tod hier auf dieser Erde gehen. Doch ist das nur der sichtbare Weg, denn bevor wir auf die Welt kamen war unsere Person in den Gedanken Gottes schon vorhanden. Die Engländer sagen zu der Zeit vor deiner Zeugung "painting rainbows", d.h. bevor eine Baby da ist, mal es im Himmel Regenbogen. Aber auch nach unserem Tod kehren wir zurück zu Gott und müssen unseren sichtbaren Lebensweg vor Gottes Gericht verantworten, welchen Weg wir in unserem Leben gewählt haben: Auf diesem Hintergrund können wir die Worte verstehen: 55:6 Sucht den Herrn, solange er sich finden lässt! Betet zu ihm, solange er euch nahe ist! 55:7 Hast du dich gegen Gott aufgelehnt? Bist du eigene Wege gegangen und eigenen Plänen gefolgt? Dann hör auf damit! Kehr deinem alten Leben den Rücken, und komm zum Herrn! Er wird sich über dich erbarmen. Unser Gott vergibt uns, was auch immer wir getan haben.

Das Wort Gottes kommt zu uns und fordert eine Entscheidung. Unser Leben wird mit einem Weg verglichen auf dem wir ohne Gott in die falsche Richtung gehen. Gott möchte, dass wir zu ihm kommen. Und diese Entscheidung soll heute von dir getroffen werden. Das ist so lange möglich, wie wir Gottes Stimme hören. Es gibt einen Zeitpunkt, an dem es keine Möglichkeit mehr gibt, zu Gott zurückzukehren. Es gibt einen "Point of no return". Ich will dir das an einem kleinen Sportflugzeug verdeutlichen, das vollgetankt von der Küste auf das Meer hinausfliegt. Der Treibstoff reicht nicht, um das gesamte Meer zu überfliegen. Beim Start ist der Tank voll, aber mit jedem geflogenen Kilometer wird er leerer. Wenn der Tank noch halb voll ist, kommt irgendwann der Punkt, an dem der Pilot umkehren muss, um das sichere Land wieder zu erreichen oder wenn er weiterfliegt, wird er unweigerlich ins Meer stürzen. Unser Leben gleicht einem solchen Flugzeug, das über das Meer dieser Welt fliegt. Gott ruft uns und sagt, kehr um, dein Lebenstreibstoff reicht noch, um das sichere Land des ewigen Lebens bei Gott zu erreichen. Und Gott sagt auch ganz klar, dass es einen Punkt im Leben gibt, an dem Menschen so weit von Gott weg sind, das sie seine Stimme nicht mehr hören und zu ihm zurückkehren können. Diese Menschen stürzen dann in das Meer des ewigen Verderbens. In der Ewigkeit wird sich fortsetzen, was sie im Leben gelebt haben, sie werden sie ohne Gott verbringen. Wir hören Gottes Stimme und wir haben die Möglichkeit umzukehren. Gottes Vergebung in Jesus Christus ist grenzenlos. Es gibt keine Sünde in deinem Leben, die er nicht vergeben könnte. Das Wort Gottes wirkt unter uns, es ist in Jesus Christus sichtbar auf die Erde gekommen. Das heißt aber nicht, dass wir seitdem alles verstehen. 55:8 Er sagt: «Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und meine Wege sind nicht eure Wege. 55:9 Denn wie der Himmel die Erde überragt, so sind auch meine Wege viel höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.

Der Abstand zwischen Himmel und Erde bleibt bestehen, auch wenn er durch die Brücke, die Jesus Christus heißt überspannt wird. Der göttliche und der menschliche Bereich sind weiterhin durch die tiefe Kluft der Sünde getrennt. In Jesus hat Gott eine Brücke geschaffen, die diesen Abgrund überbrückt, aber das heißt nicht, dass wir Gott vollständig verstehen können. Der englische Maler Thornbill hatte den Auftrag erhalten, das Innere der Kuppel in der St. Paul’s Cathedral in London auszumalen. Nach vielen arbeitsreichen Monaten hatte er einen Abschnitt dieses ehrenvollen Auftrages beendet. Nun schritt er auf dem Gerüst rückwärts, um zu sehen, wie die Bilder aus der Entfernung wirkten. Seine Augen fest auf die Bilder gerichtet, ging er so weit zurück, dass er bis an den Rand des Gerüstes gekommen war, ohne es zu merken. Noch einen halben Schritt weiter, und er wäre, unweigerlich abgestürzt. Einer der Gehilfen des Malers bemerkte die schreckliche Gefahr, ergriff einen Pinsel und zog über das nahezu vollendete Gemälde einen breiten Strich. Der Maler, außer sich vor Zorn, sprang vorwärts, um den vermeintlichen Frevler zurückzureißen. Sein Zorn verwandelte sich aber in Dank, als der Gehilfe sagte: "Herr, dadurch, dass ich die Malerei verdarb, habe ich Ihr Leben gerettet. Hätte ich gerufen, so hätten Sie sich vermutlich umgewandt und waren abgestürzt." So macht Gott manchmal einen Strich durch unsere schönen Lebensbilder und Vorstellungen, um uns vor dem Sturz in den Abgrund zu bewahren. Das sind dann die Erlebnisse und Begebenheiten, die wir in unserem Leben nicht verstehen. Mancher Stein, der uns in den Weg gelegt wird, hindert uns daran, den Weg weg von Gott zu wählen und in den Abgrund zu stürzen. Gottes Wort wirkt hier auf der Erde, auch wenn wir es nicht immer sehen. Gott ist es, der letzten Endes an das Ziel kommt, darum lasst uns unser Leben auf sein Ziel ausrichten. Gottes Wort kommt zu uns, Gottes Wort wirkt unter uns und Gottes Wort kehrt wieder zu ihm zurück. Wenn wir uns dem Wort Gottes aussetzen, dann wirkt es, so wie es einen Wasserkreislauf gibt. Die Wolken geben Regen und Schnee ab und lassen die Pflanzen wachsen. Die Flüsse tragen es in die Seen und Meere, wo es wieder verdunstet und neue Wolken bildet. Das hat Gott in seiner Schöpfung so geordnet, dass wir uns nicht darum zu sorgen brauchen. 55:10 Denkt an den Regen und den Schnee! Sie fallen vom Himmel und bleiben nicht ohne Wirkung: Sie tränken die Erde und machen sie fruchtbar; alles sprießt und wächst. So bekommt der Bauer wieder Samen für die nächste Aussaat, und er hat genügend Brot. 55:11 Genauso ist mein Wort: Es bleibt nicht ohne Wirkung, sondern erreicht, was ich will, und es führt das aus, was ich ihm aufgetragen habe.

Die Bauern meinen auch nicht, sie können an einem Tag das Feld Pflügen, darauf säen und des dann gleich ernten. Aber sie pflügen und streuen den Samen aus und vertrauen darauf, dass sie im Herbst ernten können. Mütter meinen auch nicht, dass die Babys auf die Welt kommen und dann gleich erwachsen sind. Aber sie wickeln und füttern sie und sind sicher, dass sie mit achtzehn erwachsen sein werden. Als Christen brauchen wir nicht zu glauben, dass wir Gottes Wort hören und dann alles sofort verstehen und in unser Leben umsetzen können.

Was unsere Aufgabe ist, dass wir uns dem Wort Gottes aussetzen. Wenn wir die Bibel daheim im Schrank stehen lassen, sonntags ausschlafen statt in den Gottesdienst zu kommen und auch die anderen Gemeindeveranstaltungen links liegen lassen, brauchen wir uns nicht zu wundern, dass wir in unserem Glauben und Christsein nicht wachsen. Das wir Bibel lesen, predigt und Bibelarbeit hören, das kann uns niemand abnehmen. Aber wenn wir das tun, dann dürfen wir gewiss, dass Gottes Wort an uns wirkt und uns zu Menschen gestaltet, wie wir Gott gefallen. Das hat Gott in seiner Erlösung durch Jesus Christus so geordnet, dass unsere Aufgabe es ist, dass wir uns dem Wort Gottes aussetzen und wir die Ergebnisse Gott überlassen dürfen. Herr, unser Gott, wir loben dich. Aus deinem Wort haben wir es gehört: Du lässt uns auch in schwierigen Situationen nicht ins Bodenlose fallen. Dafür loben wir dich und bitten: Stärke unser Vertrauen zu dem, was du uns versprichst und was du tust – auch heute. Lass uns ganz neu mit dem nächsten Lied unserer Lebenswege in deine Hände befehlen.

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