Es macht einen Unterschied

Liebe Gemeinde,

am Anfang des christlichen Glaubens steht die Umkehr zu Gott. Jeder darf kommen und Gott nimmt jeden, so wie er oder sie ist. Dies betonen wir, wenn wir von Gottes Liebe und seiner Gnade reden. Diese Seite kennen wir gut, weil wir von ihr allerorten und immer wieder hören.
Nach dem Anfang folgt das Leben als Christ. Auch hier muss ich immer wieder umkehren und auf den richtigen Weg zurückkehren. Auch davon hören wir immer wieder, und so könnte ich fast meinen, der christliche Glauben ist ein Leben in ständiger Umkehr. Das ist jedoch zu wenig, wenn das richtig wäre und wir immer wieder umkehren, dann würden wir uns im Kreis bewegen. Paulus fordert uns hier auf, uns nicht mit dem Erreichten zufrieden zu geben. Gott nimmt jeden, so wie er ist, aber Gott lässt keinen, so wie er ist. Und damit sind wir bei dem Thema der heutigen Predigt, das ist das was in der christlichen Sprache Heiligung genannt wird. Ich habe mir überlegt, wie ich den Begriff Heiligung in der heutigen Sprache verdeutlichen kann. Heiligung bedeutet: „Es macht einen Unterschied“, es macht einen Unterschied, ob ich Christ bin oder nicht. Ich will das an drei Äußerungen der heutigen Zeit verdeutlichen:

es ist doch egal was ich glaube – Hauptsache es passt für mich
Heute stellen sich viele Menschen ihren Glauben selbst zusammen. Und das gilt im wortwörtlichsten Sinne: Ein bisschen Islam, ein bisschen Buddhismus mit einem Schuss esoterischer Religiosität wird zu einem schillernden Cocktail gemixt. Interessant wird das ganze, wenn Krisen kommen. Trägt dann diese selbst gezimmerte Religiosität auch noch. Dagegen steht der Anspruch des christlichen Glaubens: „Gott will, dass ihr ganz und gar ihm gehört.“. Die Bibel ist kein Steinbruch, aus dem wir die Bausteine unserer Religiosität heraus nehmen können. Den christlichen Glauben gibt es nur im Komplettpaket, denn nur das garantiert, dass er wirklich in guten und in schweren Zeiten dein Leben trägt. Oft gleichen wir dem Mann der folgende Geschichte: Ein Mann sitzt im Bummelzug. Bei jeder Station steckt er den Kopf zum Fenster hinaus, liest den Ortsnamen und stöhnt. Nach vier oder fünf Stationen fragt ihn besorgt sein Gegenüber: "Tut Ihnen etwas weh? Sie stöhnen so entsetzlich." Da antwortete er: "Eigentlich müsste ich aussteigen. Ich fahre dauernd in die falsche Richtung. Aber hier ist es so schön warm drin." Es bringt nichts auf Dinge zu bauen, die uns Moment schön und angenehm erscheinen, aber nicht unser ganzes Leben tragen können. Das schönste Religionscocktail führt in die falsche Richtung. Es ist nicht egal, was du glaubst – es macht einen Unterschied – der christliche Glaube möchte dir einen tragfähigen Grund für dein Leben geben. Wer sich darauf einlässt, der wird mit einer zweiten heutigen Äußerung in Konflikt kommen:

es ist egal was ich lebe – Hauptsache ich verwirkliche mich
Paulus macht hier die christliche Lebensführung auf dem Gebiet der Sexualität deutlich. Sexualität ist von Gott den Menschen zur Freude geschaffen. Warum gibt es dann damit soviel Probleme? Das kann ich an einem scharfen Brotmesser deutlich machen. Das ist eine gute Sache, wenn ich damit Brot und andere Lebensmittel schneide, denn dazu ist es da. Wenn ich nicht aufpasse, dann schneide ich mit in den Finger. Dazu ist es nicht da. Wenn ich es falsch verwende, kann ich einen anderen Menschen damit um bringen. Dazu das Messer noch weniger da. Gott hat uns die Sexualität gegeben um sie im geschützten Raum der Ehe zu verwenden. Wird sie in anderen Situationen und Orten gebraucht, verletzt sie wie ein falsch gebrauchtes Brotmesser. Ist ja auch klar, Sexualität ist die innigste Beziehung, die zwei Menschen miteinander eingehen können, zerbricht die Beziehung, bleibt ein Teil beim Anderen zurück, das schmerzt und verletzt. Hier sehen wir, dass Gott uns diesen Rahmen der Ehe zu unserem Vorteil und unserem Schutz gegeben hat, er will uns vor Gefahren und Verletzungen bewahren. Es macht einen Unterschied. „Gott hat uns nicht zu einem zuchtlosen Leben berufen, sondern zu einem Leben, das ihn ehrt.“
Partnerschaft und Ehe ist heute ein schwierigere Thema, weil immer weniger Mensch bereit, auch Konflikte und Schwierigkeiten miteinander zu teilen und zu lösen. Wer eine Trennung oder Scheidung durch gemacht hat, der weiß im Innersten, warum Gott uns die gute Ordnung der Ehe gegeben hat und warum Paulus so deutlich von den Gefahren anderer Wege spricht. Das wird oft mit dem Satz verharmlost: „Wir lieben doch den neuen Partner“ Das ist eine gefährliche Aussage, denn das haben viele vom ersten Partner auch gesagt. An diesem Punkt ist viel Bedarf zu Gesprächen und zum verbinden von Verletzungen, denn nur dann können wir getrost in die Zukunft schauen und kommen damit zum Dritten:

es ist egal was die Zukunft bringt – Hauptsache mir geht es jetzt gut
Verantwortung
„in Gott einen unbestechlichen Richter finden“
Darum komt es auf unsere Heiligung an, lasst mich das an einer Begebenheit verdeutlichen: Als der Künstler Thorvaldsen in Italien einen großen Marmorblock sah, rief er: »Welch herrlicher Christus ist darin verborgen!« Und er hat ihn mit Geschick und Liebe herausgemeißelt. Als er mit seiner Arbeit fertig war, fragte ihn je­mand: »Wie haben Sie es nur geschafft, aus diesem Block ein solches Kunstwerk zu schaffen?« Thorwaldsen antwortete nur: »Ich habe alles weggemeißelt, was nicht dazugehörte.«
Das ist die Kunst in der heutigen Zeit: Das zu tun, was Gott gefällt und das zu lassen, was uns davon abbringt. Die Gefahr der heutigen Zeit sind die vielen Möglichkeiten die wir haben. So wie man aus einem Mamorblock ganz unterschiedlich Figuren herausmeisel kann. Es kommt darauf an, das wir in unserem Leben Christus harausmeiseln.
Wer sein Leben heute meistert, der hat auch Perspektiven für die Zukunft. Es kommt daruaf an, aus dem großen Block der Gegenwart die schöne Figur der Zukunft, die Gott für unser Leben vorgesehen hat, zu gestalten. Darum macht es einen Unterschied.

Christen sind und bleiben unvollkom men. Aber es macht einen Unterscheid, ob ich zu Gott und Jesus Christus gehören will oder nicht. Und dieser Unterschied soll sich in meinem Leben widerspiegeln, dazu helfe mir Gott.

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