20. Sonntag nach Trinitatis

PR I: Mk 10,2-9(10-16)

[2] Und Pharisäer traten zu ihm und fragten ihn, ob ein Mann sich scheiden dürfe von seiner Frau; und sie versuchten ihn damit. [3] Er antwortete aber und sprach zu ihnen: Was hat euch Mose geboten? [4] Sie sprachen: Mose hat zugelassen, einen Scheidebrief zu schreiben und sich zu scheiden. [5] Jesus aber sprach zu ihnen: Um eures Herzens Härte willen hat er euch dieses Gebot geschrieben; [6] aber von Beginn der Schöpfung an hat Gott sie geschaffen als Mann und Frau. [7] Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und wird an seiner Frau hängen, [8] und die zwei werden ein Fleisch sein. So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. [9] Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden. [10] Und daheim fragten ihn abermals seine Jünger danach. [11] Und er sprach zu ihnen: Wer sich scheidet von seiner Frau und heiratet eine andere, der bricht ihr gegenüber die Ehe; [12] und wenn sich eine Frau scheidet von ihrem Mann und heiratet einen andern, bricht sie ihre Ehe. [13] Und sie brachten Kinder zu ihm, damit er sie anrühre. Die Jünger aber fuhren sie an. [14] Als es aber Jesus sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Gottes. [15] Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. [16] Und er herzte sie und legte die Hände auf sie und segnete sie.

PR II: 1.Thes 4,1-8

[1] Weiter, liebe Brüder, bitten und ermahnen wir euch in dem Herrn Jesus – da ihr von uns empfangen habt, wie ihr leben sollt, um Gott zu gefallen, was ihr ja auch tut -, dass ihr darin immer vollkommener werdet. [2] Denn ihr wisst, welche Gebote wir euch gegeben haben durch den Herrn Jesus. [3] Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, dass ihr meidet die Unzucht [4] und ein jeder von euch seine eigene Frau zu gewinnen suche in Heiligkeit und Ehrerbietung, [5] nicht in gieriger Lust wie die Heiden, die von Gott nichts wissen. [6] Niemand gehe zu weit und übervorteile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist ein Richter über das alles, wie wir euch schon früher gesagt und bezeugt haben. [7] Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinheit, sondern zur Heiligung. [8] Wer das nun verachtet, der verachtet nicht Menschen, sondern Gott, der seinen Heiligen Geist in euch gibt.

PR III: Gen 8,18-22

[18] So ging Noah heraus mit seinen Söhnen und mit seiner Frau und den Frauen seiner Söhne, [19] dazu alle wilden Tiere, alles Vieh, alle Vögel und alles Gewürm, das auf Erden kriecht; das ging aus der Arche, ein jedes mit seinesgleichen. [20] Noah aber baute dem HERRN einen Altar und nahm von allem reinen Vieh und von allen reinen Vögeln und opferte Brandopfer auf dem Altar. [21] Und der HERR roch den lieblichen Geruch und sprach in seinem Herzen: Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen; denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf. Und ich will hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebt, wie ich getan habe. [22] Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.

PR IV: 1 Kor 7,29-31

[29] Das sage ich aber, liebe Brüder: Die Zeit ist kurz. Fortan sollen auch die, die Frauen haben, sein, als hätten sie keine; und die weinen, als weinten sie nicht; [30] und die sich freuen, als freuten sie sich nicht; und die kaufen, als behielten sie es nicht; [31] und die diese Welt gebrauchen, als brauchten sie sie nicht. Denn das Wesen dieser Welt vergeht.

PR V: Mk 2,23-28

[23] Und es begab sich, dass er am Sabbat durch ein Kornfeld ging, und seine Jünger fingen an, während sie gingen, Ähren auszuraufen. [24] Und die Pharisäer sprachen zu ihm: Sieh doch! Warum tun deine Jünger am Sabbat, was nicht erlaubt ist? [25] Und er sprach zu ihnen: Habt ihr nie gelesen, was David tat, als er in Not war und ihn hungerte, ihn und die bei ihm waren: [26] wie er ging in das Haus Gottes zur Zeit Abjatars, des Hohenpriesters, und aß die Schaubrote, die niemand essen darf als die Priester, und gab sie auch denen, die bei ihm waren? [27] Und er sprach zu ihnen: Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen. [28] So ist der Menschensohn ein Herr auch über den Sabbat.

PR VI: 2 Kor 3,3-9

[3] Ist doch offenbar geworden, dass ihr ein Brief Christi seid, durch unsern Dienst zubereitet, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf steinerne Tafeln, sondern auf fleischerne Tafeln, nämlich eure Herzen. [4] Solches Vertrauen aber haben wir durch Christus zu Gott. [5] Nicht dass wir tüchtig sind von uns selber, uns etwas zuzurechnen als von uns selber; sondern dass wir tüchtig sind, ist von Gott, [6] der uns auch tüchtig gemacht hat zu Dienern des neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig. [7] Wenn aber schon das Amt, das den Tod bringt und das mit Buchstaben in Stein gehauen war, Herrlichkeit hatte, sodass die Israeliten das Angesicht des Mose nicht ansehen konnten wegen der Herrlichkeit auf seinem Angesicht, die doch aufhörte, [8] wie sollte nicht viel mehr das Amt, das den Geist gibt, Herrlichkeit haben? [9] Denn wenn das Amt, das zur Verdammnis führt, Herrlichkeit hatte, wie viel mehr hat das Amt, das zur Gerechtigkeit führt, überschwängliche Herrlichkeit.

MARGINALE: Phlm (1-7)8-22

[1] Paulus, ein Gefangener Christi Jesu, und Timotheus, der Bruder, an Philemon, den Lieben, unsern Mitarbeiter, [2] und an Aphia, die Schwester, und Archippus, unsern Mitstreiter, und an die Gemeinde in deinem Hause: [3] Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus! [4] Ich danke meinem Gott allezeit, wenn ich deiner gedenke in meinen Gebeten [5] – denn ich höre von der Liebe und dem Glauben, die du hast an den Herrn Jesus und gegenüber allen Heiligen -, [6] dass der Glaube, den wir miteinander haben, in dir kräftig werde in Erkenntnis all des Guten, das wir haben, in Christus. [7] Denn ich hatte große Freude und Trost durch deine Liebe, weil die Herzen der Heiligen erquickt sind durch dich, lieber Bruder. [8] Darum, obwohl ich in Christus volle Freiheit habe, dir zu gebieten, was sich gebührt, [9] will ich um der Liebe willen doch nur bitten, so wie ich bin: Paulus, ein alter Mann, nun aber auch ein Gefangener Christi Jesu. [10] So bitte ich dich für meinen Sohn Onesimus, den ich gezeugt habe in der Gefangenschaft, [11] der dir früher unnütz war, jetzt aber dir und mir sehr nützlich ist. [12] Den sende ich dir wieder zurück und damit mein eigenes Herz. [13] Ich wollte ihn gern bei mir behalten, damit er mir an deiner statt diene in der Gefangenschaft um des Evangeliums willen. [14] Aber ohne deinen Willen wollte ich nichts tun, damit das Gute dir nicht abgenötigt wäre, sondern freiwillig geschehe. [15] Denn vielleicht war er darum eine Zeit lang von dir getrennt, damit du ihn auf ewig wiederhättest, [16] nun nicht mehr als einen Sklaven, sondern als einen, der mehr ist als ein Sklave: ein geliebter Bruder, besonders für mich, wie viel mehr aber für dich, sowohl im leiblichen Leben wie auch in dem Herrn. [17] Wenn du mich nun für deinen Freund hältst, so nimm ihn auf wie mich selbst. [18] Wenn er aber dir Schaden angetan hat oder etwas schuldig ist, das rechne mir an. [19] Ich, Paulus, schreibe es mit eigener Hand: Ich will’s bezahlen; ich schweige davon, dass du dich selbst mir schuldig bist. [20] Ja, lieber Bruder, gönne mir, dass ich mich an dir erfreue in dem Herrn; erquicke mein Herz in Christus. [21] Im Vertrauen auf deinen Gehorsam schreibe ich dir; denn ich weiß, du wirst mehr tun, als ich sage. [22] Zugleich bereite mir die Herberge; denn ich hoffe, dass ich durch eure Gebete euch geschenkt werde.