18. Sonntag nach Trinitatis

PR I: Mk 12,28-34

[28] Und es trat zu ihm einer von den Schriftgelehrten, der ihnen zugehört hatte, wie sie miteinander stritten. Und als er sah, dass er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches ist das höchste Gebot von allen? [29] Jesus aber antwortete ihm: Das höchste Gebot ist das: »Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, [30] und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen deinen Kräften« (5.Mose 6,4-5). [31] Das andre ist dies: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« (3.Mose 19,18). Es ist kein anderes Gebot größer als diese. [32] Und der Schriftgelehrte sprach zu ihm: Meister, du hast wahrhaftig recht geredet! Er ist nur einer, und ist kein anderer außer ihm; [33] und ihn lieben von ganzem Herzen, von ganzem Gemüt und von allen Kräften, und seinen Nächsten lieben wie sich selbst, das ist mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer. [34] Als Jesus aber sah, dass er verständig antwortete, sprach er zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und niemand wagte mehr, ihn zu fragen.

PR II: Röm 14,17-19

[17] Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude in dem Heiligen Geist. [18] Wer darin Christus dient, der ist Gott wohlgefällig und bei den Menschen geachtet. [19] Darum lasst uns dem nachstreben, was zum Frieden dient und zur Erbauung untereinander.

PR III: Mk 10,17-27

[17] Und als er sich auf den Weg machte, lief einer herbei, kniete vor ihm nieder und fragte ihn: Guter Meister, was soll ich tun, damit ich das ewige Leben ererbe? [18] Aber Jesus sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als Gott allein. [19] Du kennst die Gebote: »Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis reden; du sollst niemanden berauben; ehre Vater und Mutter.« [20] Er aber sprach zu ihm: Meister, das habe ich alles gehalten von meiner Jugend auf. [21] Und Jesus sah ihn an und gewann ihn lieb und sprach zu ihm: Eines fehlt dir. Geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm und folge mir nach! [22] Er aber wurde unmutig über das Wort und ging traurig davon; denn er hatte viele Güter. [23] Und Jesus sah um sich und sprach zu seinen Jüngern: Wie schwer werden die Reichen in das Reich Gottes kommen! [24] Die Jünger aber entsetzten sich über seine Worte. Aber Jesus antwortete wiederum und sprach zu ihnen: Liebe Kinder, wie schwer ist’s, ins Reich Gottes zu kommen! [25] Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme. [26] Sie entsetzten sich aber noch viel mehr und sprachen untereinander: Wer kann dann selig werden? [27] Jesus aber sah sie an und sprach: Bei den Menschen ist’s unmöglich, aber nicht bei Gott; denn alle Dinge sind möglich bei Gott.

PR IV: Jak 2,1-13

[1] Liebe Brüder, haltet den Glauben an Jesus Christus, unsern Herrn der Herrlichkeit, frei von allem Ansehen der Person. [2] Denn wenn in eure Versammlung ein Mann käme mit einem goldenen Ring und in herrlicher Kleidung, es käme aber auch ein Armer in unsauberer Kleidung, [3] und ihr sähet auf den, der herrlich gekleidet ist, und sprächet zu ihm: Setze du dich hierher auf den guten Platz!, und sprächet zu dem Armen: Stell du dich dorthin!, oder: Setze dich unten zu meinen Füßen!, [4] ist’s recht, dass ihr solche Unterschiede bei euch macht und urteilt mit bösen Gedanken? [5] Hört zu, meine lieben Brüder! Hat nicht Gott erwählt die Armen in der Welt, die im Glauben reich sind und Erben des Reichs, das er verheißen hat denen, die ihn lieb haben? [6] Ihr aber habt dem Armen Unehre angetan. Sind es nicht die Reichen, die Gewalt gegen euch üben und euch vor Gericht ziehen? [7] Verlästern sie nicht den guten Namen, der über euch genannt ist? [8] Wenn ihr das königliche Gesetz erfüllt nach der Schrift (3.Mose 19,18): »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst«, so tut ihr recht; [9] wenn ihr aber die Person anseht, tut ihr Sünde und werdet überführt vom Gesetz als Übertreter. [10] Denn wenn jemand das ganze Gesetz hält und sündigt gegen ein einziges Gebot, der ist am ganzen Gesetz schuldig. [11] Denn der gesagt hat (2.Mose 20,13-14): »Du sollst nicht ehebrechen«, der hat auch gesagt: »Du sollst nicht töten.« Wenn du nun nicht die Ehe brichst, tötest aber, bist du ein Übertreter des Gesetzes. [12] Redet so und handelt so wie Leute, die durchs Gesetz der Freiheit gerichtet werden sollen. [13] Denn es wird ein unbarmherziges Gericht über den ergehen, der nicht Barmherzigkeit getan hat; Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht.

PR V: Ex 20,1-17

[1] Und Gott redete alle diese Worte: [2] Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe. [3] Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. [4] Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist: [5] Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen, [6] aber Barmherzigkeit erweist an vielen tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten. [7] Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht. [8] Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest. [9] Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. [10] Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt. [11] Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn. [12] Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird. [13] Du sollst nicht töten. [14] Du sollst nicht ehebrechen. [15] Du sollst nicht stehlen. [16] Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. [17] Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was dein Nächster hat.

PR VI: Eph 5,15-21

[15] So seht nun sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht als Unweise, sondern als Weise, [16] und kauft die Zeit aus; denn es ist böse Zeit. [17] Darum werdet nicht unverständig, sondern versteht, was der Wille des Herrn ist. [18] Und sauft euch nicht voll Wein, woraus ein unordentliches Wesen folgt, sondern lasst euch vom Geist erfüllen. [19] Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen [20] und sagt Dank Gott, dem Vater, allezeit für alles, im Namen unseres Herrn Jesus Christus. [21] Ordnet euch einander unter in der Furcht Christi.

MARGINALE: Sir 1,11-16a

[11] Die Furcht des Herrn ist Ehre und Ruhm, Freude und eine schöne Krone. [12] Die Furcht des Herrn macht das Herz fröhlich und gibt Freude und Wonne und langes Leben. [13] Wer den Herrn fürchtet, dem wird’s am Ende gut gehen, und am Tage seines Todes wird er den Segen empfangen. [14] Gott lieben, das ist die allerschönste Weisheit, [15] und wer sie erblickt, der liebt sie; denn er sieht, welch große Wunder sie tut. [16] Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang, und seinen Getreuen ist sie ins Herz gelegt.